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Schulranzen/Schulrucksäcke - Empfehlungen

Einen wesentlichen Beitrag zur gesunden Entwicklung gerade der jüngeren Schülerinnen und Schüler leistet die richtige Wahl und das richtige Tragen des Schulranzens. Zu diesem Thema möchten wir Ihnen als Eltern hier einen kurzen Überblick über gängige Empfehlungen und Studien geben.

Eine gute Nachricht gleich vorweg: Das kindliche Skelett ist zwar noch nicht so stabil und belastbar wie das eines Erwachsenen, doch Schädigungen der gesunden kindlichen Wirbelsäule durch Schulranzen lassen sich laut Befunden der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e.V. (DGSP) nicht nachweisen. Problematisch sei allerdings, dass viele Schulkinder in Deutschland gar keinen gesunden Rücken mehr besitzen! Als Ursachen hierfür nennt der DGSP vor allem einen durch Bewegungsmangel unzureichend trainierten Haltungs- und Bewegungsapparat, welcher wiederum auf bewegungsarmes Freizeitverhalten der Kinder zurückzuführen sei.

Einmal mehr empfiehlt es sich Sport zu treiben und die Freizeit aktiv zu gestalten – z.B. durch gemeinsames Wandern oder Ballspielen der Familie anstelle von Fernseh- oder Videospiel-Konsum.

Unnötige Belastungen der Wirbelsäule durch zu schwere, falsch getragene oder gesundheitsschädigend konstruierte Schulranzen sind jedoch auch für gesunde Kinderrücken zu vermeiden und durchaus vermeidbar.

Auswahl

Als allgemeine Richtlinien zur Auswahl eines Schulranzens lassen sich festhalten:

  • Das Leergewicht eines Schulranzens sollte 1,5 kg nicht übersteigen; dennoch sollte er stabil gebaut sein (Schulranzen werden bekanntlich von Schülerinnen und Schülern nicht mit Samthandschuhen angefasst!).
  • Das Volumen sollte bei ca. 20l liegen.
  • Der Ranzen sollte die Schultern des Kindes nicht überragen.
  • Der Ranzen muss sich dem Rücken anpassen (nicht umgekehrt) – nehmen Sie Ihr Kind also mit zum Ranzenkauf und lassen es verschiedene Ranzen probieren, auch wenn der Ranzen ein Geschenk sein soll.
  • Die Tragegurte sollen stufenlos und auf die gleiche Länge verstellbar und min. 4cm breit sein, damit das Ranzengewicht gleichmäßig auf beide Schultern verteilt wird; Polster an den Tragegurten und am Rückenteil sind außerdem wichtig – gegen mögliche Druckstellen.
  • Das Außenmaterial soll wasserabweisend und an den Vorder- und Seitenteilen zu min. 20% aus fluoreszierendem Material (Reflexstreifen) gefertigt sein, sodass die Kinder im Straßenverkehr besser gesehen werden.

Die DIN 58124 „Schulranzen“ gewährleistet einige der o.g. Anforderungen, z.B. die Angabe des Leergewichtes auf einem Ranzen und die Anteile reflektierender Materialien.

Empfehlungen zum Füllen und Tragen des Schulranzens

  • Der Ranzen soll auf beiden Schultern getragen werden, nicht in der Hand, nicht auf nur einer Schulter!
  • Durch richtige Einstellung der Tragegurte muss das Gewicht des Ranzens gleichmäßig auf beide Schultern verteilt werden.
  • Zu kurze Gurte fördern einen „Rundrücken“, zu lange das sog. „Hohlkreuz“.
  • Der Ranzen sollte dicht am Körper getragen werden.
  • Gefüllt sollte der Ranzen 10% des Körpergewichtes nicht überschreiten – bei einem Kind von 30 kg sollte also das Gesamtgewicht des Ranzens bei max. 3 kg liegen!
Tipp: Packen Sie abends nur Materialien und Verpflegung ein,
welche am nächsten Tag wirklich gebraucht werden!

Schulrucksäcke sind bei älteren Schulkindern oft beliebter als die typischen Ranzen und können durchaus auch geeignet sein. Die o.g. genannten Kriterien, wie z.B. gepolsterte Trageriemen und Rückseite sollen selbstverständlich Rucksäcke genauso wie Ranzen erfüllen. Bitte beachten Sie aber, dass Rucksäcke meistens ein größeres Volumen bieten und dadurch leichter überladen werden als Ranzen.

Für Schulanfänger empfehlen sich Rucksäcke laut Unfallkasse Hessen generell noch nicht, u.a. weil sie oftmals nicht mit reflektierendem Material versehen sind.

Weitere Informationen

Downloads

  • Schulranzen(PDF)
    „Ein Ranzen, der mehr als ein Zehntel des Körpergewichtes wiegt, geht aufs „Kreuz“.“, eine Broschüre der UKH zum Thema Schulranzen.
  • Schulranzen-Ratgeber(PDF)
    „Kinder sind keine Packesel“ eine Broschüre der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e.V.

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