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Verhaltens- und Situationsbeobachtung

Dieser Leitfaden unterstützt Lehrergruppen und pädagogische Teams, schwierige Erziehungssituationen professionell zu beraten und geeignete Interventionen zu entwickeln. Eingegangen wird auf die Rahmenbedingungen des Beratungsprozesses, die Abfolge und Moderation der einzelnen Schritte, sowie mögliche „Stolpersteine“, die auftauchen können. Schließlich werden Transfermöglichkeiten der Methode anhand eines Beispiels „guter Praxis“ aufgezeigt.

Einführung

Hintergrund

Eine Situation umfasst Informationen, die für das Verständnis von auffälligem Verhalten wichtig sein können. Z.B. werden oft bei Betrachtung der Rahmenbedingungen - wie Zeit, Ort, vorausgegangene und nachfolgende Interaktionen u.ä. - Zusammenhänge und Muster deutlich, die normalerweise unbemerkt bleiben. In dieser Anleitung wird vorgeschlagen, während der ersten zwei Phasen den Beobachtungsschwerpunkt mehr auf die auffälligen Verhaltensweisen, in der dritten Phase mehr auf das situative / interaktive Umfeld zu richten. Grundsätzlich: Nutzen Sie den Leitfaden flexibel, passen Sie das Vorgehen bei Bedarf der Situation an!

Funktion

Der Bogen dient in erster Linie dem/der Benutzer/in zur persönlichen Vergewisserung, zur persönlichen Verständniserarbeitung und als Vorbereitung für pädagogisches Handeln.

Die Erfahrung zeigt, dass pädagogische Maßnahmen auf dem Hintergrund eines stimmigeren Verständnisses genauer und nachhaltiger entwickelt werden können. So kann sich in einem nächsten Schritt die Überlegung anschließen, das Material für weitere Anliegen und Projekte zu nutzen wie für Elterngespräche, kollegiale Besprechungen, kollegiale Hospitationen zu bestimmten Fragen, die aufgetreten sind, Beratungen mit dem/der Schulpsychologen/in, Förderpläne u.ä.

Durchführung

  • Die erste Beobachtungsphase (PDF) ermöglicht einen spontanen Zugang zum Thema.
  • In der zweiten Beobachtungsphase (PDF) liegt der Schwerpunkt auf der Häufigkeit des Auftretens (und/oder dem Intensitätsverlauf).
  • In der dritten Phase stehen nicht mehr die Verhaltensweisen des Kindes/des/der Jugendlichen im Mittelpunkt, sondern die Rahmenbedingungen und Interaktionspartner. Im Bogen a.) und b.) der dritten Phase (PDF) finden Sie entsprechende Beobachtungskriterien.
  • Der letzte Bogen liefert wichtige Fragestellungen für ein Brainstorming zu den Bindungsbedürfnissen und Handlungsintentionen des Kindes/des/der Jugendlichen. Das Brainstorming kann auch als Einstieg in die Beobachtungszeit genutzt werden. Auf jeden Fall sollte es zweimal (am Ende der zweiten und der dritten Phase) durchgeführt werden.

Es empfiehlt sich, darüber hinaus sehr auffällige, aber selten auftretende Verhaltensweisen gesondert zu notieren. Am Ende der dreiphasigen Beobachtungszeit können Sie vielleicht bereits einige vorläufige Hypothesen zu Beziehungsmustern und Auslösern schwieriger Situationen und zu Stärken des Kindes für sich festhalten. Eine erneute Beobachtung mit dem VSb zu einem späteren Zeitpunkt, evtl. beginnend mit dem Bogen der 2. Phase, kann oft ergiebig sein und eine Verlaufsdiagnostik unterstützen. Parallele Beobachtungen durch verschiedene Kollegen oder Hospitationen mit dem Bogen können zu fruchtbaren Gesprächen und Einsichten führen.

Wichtig

Noch ein Anliegen: Bitte informieren Sie die Kinder / Jugendlichen 
keinesfalls von der Beobachtung und führen Sie die Strichliste in der zweiten Phase
diskret!

Bögen zum Ausfüllen

Ansprechpartner für Rückmeldungen

Rückmeldungen und Fragen bitte an:
L. Rothe-Jokisch
Schulpsych. Dienst
Staatliches Schulamt Kassel
Tel.: 0561 - 8078 - 178