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Mediation und Schulprogramm -- Ein Projekt der Umsetzung konstruktiver Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention an hessischen Schulen.

Hier finden Sie eine Liste weiterer Maßnahmen und Projekte zur Gewaltprävention in Hessen.

Koordinierungsstelle Gewaltprävention im Staatlichen Schulamt Limburg/Weilburg und dem Lahn-Dill-Kreis

Die bundesweite „Koordinierungsstelle Gewaltprävention“ im Staatlichen Schulamt für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg in Weilburg arbeitet bereits seit 13 Jahren mit großem Erfolg.

Sie stellt u.a. ein Medienpaket, ein Internet-Netzwerk und Praxisbroschüren bereit, begleitet und betreut Projekte, insbesondere zu den Themen Erziehungsvereinbarungen, Zusammenarbeit Schule-Elternhaus (Partner in Education) und Verbesserung des Schulklimas.

Zusammenarbeit Schule/Polizei

Die hessische Polizei arbeitet seit Jahren zum Thema „Gewaltprävention an Schulen“ sehr eng mit hessischen Schulen und den Staatlichen Schulämtern zusammen. Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit bauen zunehmend auf eine entsprechende Mitwirkung und Beteiligung der zurzeit 24 Jugendkoordinatorinnen und –koordinatoren der hessischen Polizei.
Erfahrungen der hessischen Polizeibehörden in den zurückliegenden Jahren haben gezeigt, dass die Problemlagen im Bereich der Jugendkriminalität in den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen, in den Städten und Landkreisen zum Teil sehr unterschiedlich sind. In diesem Sinne wurden verschiedene Organisationseinheiten zur Bekämpfung der Jugendkriminalität eingerichtet, die neben Strafverfolgungsaufgaben auch Aufgaben der polizeilichen Kriminalprävention wahrnehmen:

a. Die AG-Jaguar (Polizeipräsidium Westhessen)

Sie existiert seit 1993 und leistet durch eine Vielzahl von Vorträgen in Schulen, bei Institutionen der Jugend- und Sozialarbeit sowie in kriminalpräventiven Gremien eine wichtige vertrauensbildende und aufklärende Arbeit im Sinne der Kriminalprävention.

b. AGGAS (Polizeipräsidium Mittelhessen)

Die „Arbeitsgruppe Gewalttäter an Schulen“ wurde in Wetzlar, Gießen und im Wetteraukreis eingerichtet. Wesentlicher Bestandteil des AGGAS-Konzeptes ist die Einrichtung von rund um die Uhr geschalteten Telefon (Trouble-Line), über die auch anonyme Mitteilungen möglich sind. Darüber hinaus nehmen die AGGAS in erheblichem Unfang präventiv ausgerichtete Tätigkeiten wie vorbeugende Kontrollen, Vortragstätigkeiten, Mitgestaltung von schulischen Unterrichtseinheiten und Teilnahme an interdisziplinären Tagungen wahr.

c. SMOG (Polizeipräsidium Osthessen)

Das Projekt „Schule machen ohne Gewalt“ ist unter der Federführung des PP Osthessen vernetzt und flächendeckend in den Landkreisen Fulda, Bad Hersfeld/Rotenburg und Vogelsberg vertreten. Es basiert auf den drei Säulen Netzwerk, Repression und Prävention. Seit 2002 gibt es den Verein SMOG. Schwerpunkte der Vereinsziele sind Gewalt-, Suchtprävention und Integration an schulischen und nichtschulischen Einrichtungen. Mittels Spenden und Sponsorengelder konnten bereits zahlreiche Streitschlichterseminare, Buslotsenprojekte, das Anti-Gewalt-Training „Cool sein – cool bleiben“ sowie das Konzept für ein Verhaltenstraining mit Grundschülern ab der 3. Klasse („Nicht mit mir“)  an Schulen in Osthessen finanziert werden.

d. „Cool sein – cool bleiben“

Dieses Projekt wurde 1997 initiiert durch den Präventionsrat der Stadt Frankfurt am Main und vermittelt Kindern und Jugendlichen mittels Rollenspielen, die sich eng an lebensweltlichen Bedingungen und zeitgemäßen Verhaltensmustern orientieren, Fähigkeiten und Verhaltensweisen, die einerseits zu einem selbstbewussten und gewaltfreien Umgang mit Konflikten befähigen, andererseits Wege aufzeigen, wie man sich selbst oder dritte Personen schnell aus konkreten Gefährdungssituationen befreien kann.

e. Handeln in Krisensituationen

Aktuelle Vorfälle in den letzten Jahren haben gezeigt, dass viele Schulen bei schwerwiegenden Ereignissen wie Amok-Taten, Unglücken nicht adäquat reagieren können, weil sie nicht darauf vorbereitet sind. In Abstimmung mit dem Innenministerium ist im Kultusministerium ein Leitfaden entstanden, damit Schulen in Krisensituationen (SKIT) professionell und vorbereitet handeln können. Darüber hinaus gibt es an allen Schulämtern speziell dafür ausgebildete Schulpsychologen, die in Krisensituationen zum Einsatz kommen und Schülern, Lehrern und Eltern zur Seite stehen.

Der Leitfaden „Handeln in Krisensituationen“ soll die Schulen bei der Vorbereitung auf Krisensituationen unterstützen. Ergänzt wird das Paket durch Notrufkarten, die den Schulen und damit den Lehrkräften im Ernstfall eine direkte Kontaktaufnahme mit einer Krisen-Hotline im HKM ermöglichen.

Die Schulleitungen und die regional zuständigen Polizeibehörden sind zu einer verbindlichen Umsetzung des Konzepts aufgefordert und sollen vor Ort entsprechende Absprachen treffen.
Dass mit der Broschüre ein wichtiger und ernsthafter Beitrag zur Krisenintervention geleistet wurde, zeigen die Anfragen zu dem Konzept aus ganz Deutschland.

Mediationsprojekte im Amt für Lehrerbildung (AfL)

    a.    Mediation und Schulprogramm (bis 31.12.2005) und    b.    Mediation und Partizipation (im BLK-Modellprogramm „Demokratie leben und lernen“ (bis 31.3.2007)

Mit den beiden sehr erfolgreichen Projekten ist es bis heute gelungen, Lehrkräfte und Schüler in 210 Schulen in Hessen mit dem Grundgedanken der Mediation vertraut zu machen. In beiden Programmen haben bisher über 4000 Lehrerinnen und Lehrer ein entsprechendes Basistraining absolviert. Mediation und Schulprogramm wurde durch die Universität Frankfurt evaluiert und zertifiziert. 

Das auf 5 Jahre angelegte Programm „Mediation und Partizipation“ wurde im März 2007 abgeschlossen, nachdem es in 19 Modellschulen durchgeführt, evaluiert und jetzt zur Verbreitung einem Transferausschuss übergeben wurde, um die Ergebnisse möglichst vielen Schulen zukommen zu lassen. Es verfolgt zwei Hauptziele: Zum einen die Entwicklung einer demokratischen Schulkultur als Teil pädagogischer Schulentwicklung und zum anderen die Förderung demokratischer Handlungskompetenz bei Kindern und Jugendlichen nach dem Grundsatz „Mitwirken, Anerkennen, Verantwortung tragen“. In dem Transferausschuss zum BLK-Programm „Demokratie lernen und leben“ sind diejenigen gesellschaftlichen Interessengruppen vertreten, denen die zivilgesellschaftliche Entwicklung von Schule ein Anliegen ist und die auf Grund ihrer Stellung eine wichtige unterstützende Funktion übernehmen können. 

Im Rahmen des Bundesprojekts wurde ein Qualitätsrahmen Demokratiepädagogik entwickelt, der den Schulen die Möglichkeit gibt, ein entsprechendes Audit durchzuführen. 

Unter der Überschrift „Gewaltprävention und Demokratielernen“ werden zur Implementierung der drei Projekte PiT, Mediation und Partizipation und buddy durch das HKM für die Dauer von vorerst fünf Jahren fachlich vorgebildete Lehrkräfte im Umfang von drei Stellen zur Verfügung gestellt. Damit ist eine gute Grundlage schaffen, um gewaltpräventive Projekte in Hessen nachhaltig zu verankern.
VI. Unterstützungsangebote der hessischen Schulpsychologinnen und Schulpsychologen
Den Schulen steht ein weiteres wichtiges Unterstützungssystem zur Verfügung. Hessen hat durch den systematischen Aufbau eines flächendeckenden Netzes schulpsychologischer Dienste eine fachpsychologische Beratung der Schulen in Fragen der Gewaltprävention sichergestellt. In den fünfzehn Staatlichen Schulämtern unterstützen Schulpsychologinnen und Schulpsychologen die Schulen bei der Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrages. Dies geschieht unter anderem dadurch, dass Schulpsychologen die Ratsuchenden in ihren Bestrebungen unterstützen, andere Sichtweisen zu ermöglichen sowie die Kommunikation zwischen den Beteiligten eines Konfliktes zu verbessern.

Neben allen anderen Aktivitäten steht für die Landesregierung die präventive Funktion des Unterrichts selbst an erster Stelle. In jedem einzelnen Fach liegen Chancen zur Gewaltprävention.
Wegen der Bedeutung des Themas hat das Hessische Kultusministerium den Arbeitsbereich „Gewaltprävention an Schulen“ dem übergreifenden Arbeitsfeld „Schule und Gesundheit“ zugeordnet. Ein Hauptziel dieses Arbeitsfeldes besteht u. a.  in der Entwicklung eines guten Schulklimas, das Gewalt zurückdrängt und auf friedliche Konfliktlösungsstrategien zielt. Dadurch wurden strukturelle Voraussetzungen geschaffen, die die Bedingungen für eine hohe Prozess- und Ergebnisqualität auf allen Ebenen der Gewaltprävention sichern helfen.

Mit der Entwicklung von „Modulen“ (thematische Bausteine zur Gewaltprävention mit fachlicher Orientierung, bewährten Modellen guter Praxis sowie Qualifizierungs-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten) erhalten Schulen konkrete Hilfen zur Umsetzung. Die Module zur Gewaltprävention werden in interdisziplinären Arbeitsgruppen erarbeitet und sollen eine effiziente Gewaltprävention in der Schule sichern. In diesem Rahmen können Schulen ein Teilzertifikat „Sucht- & Gewaltprävention“ erwerben.

Maßnahmen des Schultheaters Frankfurt

Seit 7 Jahren führt das Schultheater-Studio Frankfurt theaterpädagogische Kurse zur Gewaltprävention in Schulklassen durch. Diese Kurse, die in der Regel einen Vormittag dauern, werden vor allen Dingen im Rhein-Main-Gebiet durchgeführt. Daneben gibt es auch 1,5 tägige Seminare für Lehrkräfte, in denen die Anleitung von gewaltpräventiver Theaterarbeit vermittelt wird.