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Ausgabesysteme

Die Essensausgabe in einer Schulmensa kann auf unterschiedliche Art geregelt werden. Da die Wahl des passenden Ausgabesystems einen spürbaren Einfluss auf die Atmosphäre, und damit auf die grundsätzliche Akzeptanz des Speiseangebots hat, ist es notwendig, diesen Punkt in die Planungen einzubeziehen.

Wichtige Kriterien bei der Entscheidungsfindung sind unter anderem: die Größe der vorhanden Räumlichkeiten, Menge und Qualifikation des Küchenpersonals, die finanziellen Mittel sowie die individuellen Wünsche von Lehrern und Schülern. Auch die Schulform spielt eine Rolle, da nicht alle Ausgabesysteme für alle Altersgruppen geeignet sind.
Im Folgenden werden die gebräuchlichen Ausgabesysteme vorgestellt:

Tablettsystem /Cafeteriaausgabe:

Bei dem Tablettsystem werden an einem durchgehenden Ausgabetresen unterschiedliche Speisen angeordnet und von dem Küchenpersonal an die Essensteilnehmer verteilt. Die Schüler kommen mit ihrem Tablett in einer vorgegebenen Laufrichtung an den Speisen vorbei und können individuell aus dem Angebot einzelne Komponenten und die gewünschten Mengen wählen. Der direkte Kontakt zum Küchenpersonal wirkt sich zudem positiv auf die Akzeptanz unbekannter, erklärungsbedürftiger Speisen aus. Auch der Umgang mit Sondergruppen, wie Allergikern, Muslimen oder Vegetariern wird dadurch erleichtert.

Der Vorteil des Tablettsystems liegt in der individuellen Bestimmung der Portionsgrößen durch die Schüler. Darüber hinaus kann auf die speziellen Bedürfnisse von Sondergruppen direkt reagiert werden.

Die Portionsgrößen und vor allem die Mengen der einzelnen Komponenten sind im Vergleich mit der Cafeteriaausgabe schwieriger zu kalkulieren.

Dieses System wird erst für Schüler der Sekundarstufe empfohlen.

Eine Variante des Tablettsystems ist es, wenn einzelnen Komponenten vom Küchenpersonal auf Tellern angerichtet und weiter gereicht bzw. in die Ausgabe gestellt werden. Man spricht hierbei von Cafeteriaausgabe. Die Schüler bekommen so eine vorportionierte Mahlzeit und haben weder Einfluss darauf was sie bekommen noch wie viel.

Der Vorteil dieses Systems liegt für den Mensabetreiber ganz klar in der guten Kalkulierbarkeit der benötigten Essensmengen, da die Portionsgrößen für alle Schüler gleich sind. Nachteilig ist aber, dass dem Schüler durch die Vorportionierung keinerlei Individualität geboten wird.

Free-Flow-System:

Bei diesem Ausgabesystem werden verschiedene Menükomponenten an verschiedenen Ausgabetheken präsentiert. Üblich ist die Anordnung nach der üblichen Menüfolge in Theken für Vorspeisen und Salate, Hauptkomponenten und Beilagen, Nachspeisen und Getränke. Durch die offenen Theken ist eine gute Übersicht über das Speisenangebot gegeben. Die Schüler bewegen sich frei im Ausgabebereich und stellen sich die Speisekomponenten an den einzelnen Ausgabeeinheiten selbst zusammen.

Die Vorteile des Free-Flow-Systems liegen in der individuellen Wahlmöglichkeit da die Art und Portionsgröße der Mittagsmahlzeit frei wählbar ist. Die angebotenen Speisen können optimal präsentiert werden. Chargenweises Nachgaren durch die Küche ist möglich. Dadurch werden auch die Abfallmengen reduziert.

Nachteile in der Kalkulation können teilweise ausgeglichen werden. Geht eine Komponente aus, kann das Küchenpersonal schnell reagieren und die einzelnen Chargen nachgaren. Beschwerden tauchen gegenüber anderen Systemen seltener auf.

Dieses System wird erst für Schüler der Sekundarstufe empfohlen.

 

Tischgemeinschaft:

Bei diesem Ausgabesystem wird das Essen – wie zuhause in der Familie – am Tisch serviert. Die einzelnen Komponenten werden in Schüsseln und Platten angerichtet und auf dem Tisch verteilt. Entweder werden sie dann von einem Betreuer oder einem Schüler verteilt. Oder die einzelnen Schüler nehmen sich selbst von was und wie viel sie wollen. Durch die Einteilung in feste Sitzgruppen wird die familiäre Atmosphäre noch verstärkt.

Der Vorteil dieses Systems liegt neben der angenehmen Tischatmosphäre, in der individuellen Portionierung. So entsteht weniger Abfall und die Kinder lernen ihren Appetit besser einzuschätzen. Da die Schüler durch Speisenverteilung, Abräumen und Tischgestaltung stark in den Ablauf der Mittagsverpflegung einbezogen werden ist der Aufwand für das Küchenpersonal sehr gering. Allerdings sollte an jedem Tisch jemand mit der Aufsicht betraut werden um Benachteiligungen unter den Schülern zu vermeiden.

Nachteilig ist der höhere Reinigungsaufwand, da zusätzlich Schüsseln und Platten genutzt werden. Auch in der Kalkulation ist dieses System nicht ganz einfach, da es keine festen Portionsgrößen gibt an die man sich halten kann.

Das Ausgabesystem der Tischgemeinschaft ist für alle Schulformen und Altersklassen geeignet.