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Leckeres aus Schülerhand

Catering – Schülerfirma an der Ober-Ramstädter Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule legt Wert auf Regionales

Lecker zubereitet, hübsch arrangiert: „Hammermühlen“-Chef Peter Hofmann (Mitte) unterstützt die Schülerfirma „Catering“ der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Ober-Ramstadt.

An Ober-Ramstadts Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule gibt es seit Herbst 2014 die Schülerfirma „Catering“. Für mehrere Veranstaltungen haben die Schüler des Wahlpflichtunterrichts Hauswirtschaft bereits das Büffet geliefert. Jetzt erhalten sie Tipps von einem Profi.

OBER-RAMSTADT.

Katharina und Kathrin sind an Ober-Ramstadts Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule die „Süße-Sünde-Spezialistinnen“ im Wahlpflichtunterricht Hauswirtschaft bei Lehrerin Monika Heinlein. Gerade haben sie die Mascarpone-Creme angerührt und mit einem Hauch Tonkabohne abgeschmeckt.

Peter Hofmann, Pächter des Ober-Ramstädter Restaurants Hammermühle, kostet. „Da fehlt noch ein bisschen Bums“, findet er, also der nötige Pfiff, und empfiehlt etwas Honig und getrocknete Orange. Wieder geht der Probierlöffel unter den Schülern rum. „Oh, ich sterbe“, ruft Kathrin jetzt mit verzücktem Gesicht und verdreht die Augen.

Tipps vom Profi sind wertvoll für die Schüler

Solche Tipps sind es, die das Besondere des Besuchs von Profi Hofmann in der Schulküche ausmachen. Oder auch der Kniff, wie die Creme mit dem Spritzbeutel ohne Kleckern in die kleinen Nachtischgläser gelangt. Dabei haben sich die Schüler durchaus schon als Könner ihres Fachs erwiesen.

Den ersten Beweis lieferten sie mit einem Büffet bei der Einweihung des neuen Schulgebäudes im vergangenen September. Damals hatte Schulleiter Dirk Karl Pilgram gerade die Gründung einer Schülerfirma „Catering“ angeregt.

Was wiederum die Gäste begeisterte, sodass allein durch Mundpropaganda die Aufträge ins Haus flatterten: für eine pädagogische Tagung, Treffen der Darmstädter Rotarier, der Sozialpädagogen des Landkreises Darmstadt-Dieburg oder zum Leonardo-Projekt der Darmstädter Martin-Behaim-Schule, für die evangelische Kirche und Ober-Ramstadts Senioren. Die Veranstaltungen waren in der Schule, einmal wurden die Speisen vom Auftraggeber abgeholt.

Eine Schülerfirma ist nun aber kein reales Wirtschaftsunternehmen, sondern ein Schulprojekt mit pädagogischen Zielen: Förderung der Teamfähigkeit, Eigenverantwortung, selbstständiges Arbeiten. Das Projekt ermöglicht Orientierungshilfe bei der Berufswahl, einen Einblick in die soziale Marktwirtschaft und unternehmerisches Handeln.

Vorsitz der Firma wird jährlich neu gewählt

Den rechtlichen Schutzraum bietet die Anerkennung als schulische Veranstaltung, für die die Schüler eine Satzung und einen Kooperationsvertrag mit der Schulleitung ausgearbeitet haben. Den Vorsitz der Firma haben Schüler inne, jedes Jahr wird neu gewählt. Der Bezug zum Alltag werde im Unterricht nicht immer deutlich, sagt Schulleiter Pilgram. Mit einer Schülerfirma gelinge das jedoch wunderbar. Zudem biete sie der Schule die Möglichkeit der Kooperation nach außen.

Jedenfalls ist er mächtig stolz auf seine Neuntklässler, die ihm gelegentlich mit leuchtenden Augen eine neue Kreation aus der Küche anbieten, wobei sie besonderen Wert auf die Verwendung von regionalen und fair gehandelten Produkten legen. Auch Gastronom Peter Hofmann lobt nach seinem Besuch bei den „Caterern“ deren Engagement. Pünktlich, aufmerksam und „unheimlich motiviert“ seien die acht Jungen und acht Mädchen: „Das macht richtig Spaß.“ Nicht nur, weil er einigen von ihnen womöglich das Berufsfeld Gastronomie schmackhaft machen kann, wird er sie auch künftig gelegentlich unterstützen.

von links: Lena, Dominique, Peter Hofmann. Sabrina, David und Julia.  Foto: Karl-Heinz Bärtl