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Lärm

Projekt "Schnecke - Bildung braucht Gesundheit"

Lärm, Akustik und Hören sind ein Schwerpunktthema des Projektes Schnecke des Hessisches Kultusministeriums. Mehr Informationen dazu im Bereich "Wahrnehmung und Bewegung".

Informationen

Aufgaben des Hörsinns

Hören und gehört werden sind wesentliche Voraussetzung für soziales Miteinander und für den Lernerfolg in Schulen. Der Hörsinn hat darüber hinaus eine Warnfunktion in Gefahrensituationen. In der technisierten Welt wird der Hörsinn nahezu permanent durch Lärm gereizt und zum Teil überreizt. Als körperliche Folgeschäden können Schwerhörigkeit, Tinnitus sowie überstrapazierte Stimmbänder auftreten; zu den psychischen Folgen zählen u.a. Konzentrationsmangel, Lernbehinderungen, Schlafstörungen. Dies gilt auch für das System Schule und für die in Schule Lernenden und Lehrenden.

Hallige Räume und hohe Hintergrundgeräuschpegel bleiben nicht ohne Auswirkungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern sowie von Lehrkräften. Wer nicht ständig gegen hohe Hintergrundgeräuschpegel anzureden braucht, um sich Gehör zu verschaffen, entwickelt  auch eher ein ruhigeres Verhalten und lernt Rücksicht auf sich selbst und auf andere in Sachen Lärm zu nehmen.

Stand der Forschung

Verständlich ins Thema führen ein die Veröffentlichungen "Akustik in Schulen: Könnt ihr denn nicht zuhören?!" von  Maria Klatte, Markus Meis, Christian Nocke und August Schick und  "Akustik von Schulzimmern und Auditorien (PDF)" von Kurt Eggenschwiler aus der Schweiz.

Jeder dritte Raum mangelhaft

Erste stichprobenhafte Untersuchungen der Unfallkasse Hessen zeigen, dass etwa jeder dritte Unterrichtsraum in Hessens Schulen „akustisch mangelhaft“ ist. Da die Lärmbelastung bei einer Befragung als im Mittel stärkster Belastungsfaktor im Lehrerberuf angegeben wurde, wurden im Rahmen des Projektes die raumakustischen Verhältnisse von Unterrichtsräumen, Fluren, Foyers und Lehrerzimmern untersucht. Bisher sind die Nachhallzeiten von ca. 150 Räumen nach ISO 3382 bestimmt und mit den Empfehlungen nach DIN 18041 „Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen“ verglichen. Die nach der Norm vorgegebenen Sollwerte der Nachhallzeiten werden in einer Reihe von Räumen erreicht, in vielen Fällen aber deutlich überschritten.

Die DIN 18041 ist im Mai 2004 neu erschienen. Eine Zusammenfassung des Inhaltes vor allem für Architekten und Planer enthält der „Leitfaden Raumakustik in Unterrichtsräumen“ des Sozialministeriums Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings beruht der Leitfaden noch auf der älteren Fassung der DIN und bedarf in einigen Teilen der Anpassung.

Konzepte zur Verbesserung

In Kassel und Darmstadt haben sich Staatliche Schulämter, Lehrkräfte, die Unfallkasse Hessen, Gesundheitsämter, die Landesverkehrswacht Hessen und Lärmexperten zusammengefunden, um Konzepte zu entwickeln wie in einem Jahr mehr hessische Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte an einer „Kultur der Ruhe“ teilhaben können. Dabei bleibt Raumakustik nicht der einzige Aspekt. Die Erstellung eines praktischen Leitfadens zur preisgünstigen und kurzfristigen Verbesserung der Schulraumakustik ist ein Ziel der Arbeit.

Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommt, trägt nicht nur zur Ruhe bei, sondern wird auch fitter. Weitere Information gibt es bei Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten und bei I walk to school. Weitere Anliegen der neuen hessischen Präventionspolitik für weniger Lärm und mehr Ruhe sind die so genannten „Rollenden Diskotheken“ oder „Boomcars“, der (gehör)sichere Gebrauch von Walkman oder die richtige Lautstärke in Diskotheken und bei Musikveranstaltungen.

 Lärm als Belastung am Arbeitsplatz Schule, eine Broschüre der GEW Nordrhein-Westfalen.