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Stärkung der gemeinsamen Erziehungsverantwortung

Im Rahmen des Pilotprojekts „Stärkung der gemeinsamen Erziehungsverantwortung“ hat sich eine sehr gute Zusammenarbeit der Elternvertreterinnen mit den beauftragten Lehrerinnen ergeben. Zunächst vorhandene Barrieren wurden schnell abgebaut als allen Beteiligten bewusst war, dass es uns um die Schülerinnen und Schüler geht.

Leitideen

Wir wollen gemeinsam eine Schule schaffen, in der unsere Schülerinnen und Schüler gefördert und gefordert werden und zu selbstständigen und verantwortlichen Menschen heranwachsen.

Praktische Umsetzung

Folgende Schritte haben wir vollzogen:

  1. Eine Arbeitsgruppe im Rahmen eines Pädagogischen Tages hat eine vorläufige Fassung einer Erziehungsvereinbarung ausgearbeitet und präsentiert.
  2. Diese wurde allen Kolleginnen und Kollegen mit der Bitte um Stellungnahme ausgeteilt.
  3. Auf Wunsch der SV wurden allen Schülerinnen und Schüler zwei Reflexionsstunden, in der die Erziehungsvereinbarung diskutiert werden sollte, von der Schulleitung zur Verfügung gestellt. Die SV schlug vor, stufenspezifisch über Themen wie z. B. Erziehungsziele, Schulklima, Regeln, Grenzen, Unterrichtsatmosphäre etc. zu diskutieren und die Ergebnisse pro Klasse an die SV weiterzuleiten.
  4. An unserem Pädagogischen Tag Ende Januar 2005 trafen sich die Elternvertreterinnen, SV-Vertreter und fünf Kolleginnen um die vorläufige Fassung zu bearbeiten. D. h. wir haben die Rückmeldungen sowohl der Lehrerinnen und Lehrer als auch die der Schülerinnen und Schüler in den vorliegenden Entwurf integriert.
  5. Die Zeit reichte nicht aus.
  6. Ein nächstes Treffen in gleicher Besetzung brachte den nun vorliegenden Entwurf hervor.
  7. Auf einer nächsten Gesamtkonferenz soll er diskutiert und die endgültige Fassung verabschiedet werden.

Erfahrungen

Vor allem die Diskussionen zwischen den Vertretern der Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft waren überaus fruchtbar. Die Schülerinnen und Schüler fühlten sich erstmal ernst und wahr genommen von einer Vielzahl von Kollegen und Eltern.

Ergebnis der Arbeitsgruppe Erziehungsvereinbarung

am Pädagogischen Tag am 1. Februar 2005 – zusammen mit Eltern und Schülerinnen und Schüler

Wir, Eltern, Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler haben den gemeinsamen Wunsch

  • dass jedes Kind unsere Schule als Ort erfährt, an dem es friedlich und respektvoll mit anderen Kindern leben kann;
  • dass jedes Kind nach seinen individuellen Fähigkeiten gefördert und gefordert wird im Wissen um seine Stärken und Schwächen;
  • die Schüler zu ermutigen und zu stärken um selbstständige und verantwortliche Menschen zu werden;
  • den Schülern Selbstvertrauen und freies Denken zu vermitteln;
  • dass den Schülern Mitspracherecht eingeräumt wird und sie stets über aktuelle Themen informiert werden.

Diesem hohen Anspruch können wir nur gerecht werden, wenn wir ihn als gemeinsame Aufgabe von Schule und Elternhaus verstehen.

Daher treffen wir, Eltern-, Lehrer- und Schülerschaft folgende Vereinbarung:

Eltern

Als Eltern sagen wir zu, dass

  • wir die Regeln und Werte, die an der Schule gelten, unterstützen;
  • wir uns dafür interessieren, wie sich unser Kind in der Schule verhält;
  • wir seine Entwicklung zu eigenverantwortlichem Handeln nach besten Kräften begleiten;
  • wir die Schule umgehend über Probleme und Befürchtungen informieren werden, die das Verhalten des Kindes in der Schule beeinträchtigen könnten;
  • unsere Tochter oder unseren Sohn regelmäßig und pünktlich, mit ausreichender Verpflegung und den notwendigen Lernmitteln ausgestattet in der Schule erscheinen wird.

Lehrkräfte

 Als Lehrerinnen und Lehrer nehmen wir unsere Verantwortung wahr,

  • für die Sicherheit und das Wohl der Kinder zu sorgen und sie gerecht und respektvoll zu behandeln;
  • dass wir uns genau so an Regeln und Werten halten, wie wir es von den Schülern erwarten;
  • die Klassengemeinschaft zu fördern;
  • eine gute Unterrichtsatmosphäre und ein förderliches Lernklima zu schaffen;
  • die Schülerinnen und Schüler zu motivieren und ihnen Ziele und Orientierung für die Zukunft zu geben;
  • nach besten Kräften dafür zu sorgen, dass jedes Kind sein Leistungspotenzial ausschöpfen kann;
  • die jeweilige Schülerin oder den jeweiligen Schüler zu einer verantwortungsbewussten Person zu erziehen;
  • dafür zu sorgen, dass die Arbeitsanweisungen für jeden Schüler verständlich sind;
  • ein gutes Lehrer-Schüler-Verhältnis aufzubauen, das auf Toleranz, Transparenz, Respekt und Vertrauen basiert.

Außerdem sagen wir zu,

  • die Eltern über die Schule und besonders über die Entwicklung ihres Kindes zu informieren;
  • eine offene Schule zu sein, in der Eltern willkommen sind.

Schülerinnen und Schüler

Als Schülerinnen und Schüler sagen wir zu,

  • rücksichtsvoll, freundlich und gewaltfrei miteinander umzugehen, Schimpfwörter und sonstige verbale Gewalt zu unterlassen;
  • allen Menschen, auch wenn sie anderen Glaubens oder anderer Hautfarbe sind, offen, tolerant und respektvoll entgegen zu treten;
  • konstruktiv das Unterrichtsgeschehen mitzugestalten;
  • aktiv Unterrichtsatmosphäre und Lernklima zu fördern, indem wir pünktlich zum Unterricht erscheinen, die Aufgaben in der Schule (Dienste) und die Hausaufgaben regelmäßig erledigen, alle notwendigen Schulsachen jeden Tag mitbringen und uns im Schulhaus ruhig verhalten;
  • Bücher, Mobiliar und das Schulgebäude pfleglich zu behandeln;
  •  unsere SV und Schülerzeitung zu unterstützen.