Portal durchsuchen


Fehler gefunden?

Haben Sie einen Fehler gefunden? Oder haben Sie Wünsche oder Ideen?

zurück zu: Richtsbergschule

Ökologische Bildung

Der integrierten Gesamtschule im Marburger Stadtteil Richtsberg ist es beispielhaft gelungen, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowohl im Schulprogramm zu verankern als auch in der alltäglichen Praxis zu verwirklichen. Ökologisches und soziales Lernen sind dabei zentrale Bausteine. In der Richtsberg-Gesamtschule lernen ca. 500 Kinder und Jugendliche aus 18 Nationen in 22 Klassen. Die Bandbreite der Unterschiede, welche die Schülerinnen und Schüler repräsentieren, ist groß. Sie reicht von kultureller Vielfalt über körperliche und geistige Behinderung, Differenzen bezüglich der sozialen Herkunft bis hin zu den für eine integrierte Gesamtschule selbstverständlichen Leistungsunterschieden im kognitiven Bereich. Diese besonderen Rahmenbedingungen stellen das Kollegium immer wieder vor neue Herausforderungen in der pädagogischen Praxis. Eine Antwort ist der Schulprogramm-Baustein „Ökologische Bildung“.

Spiralcurriculum Ökologische Grundbildung

Seit 1990 wurden Schritt für Schritt in Kooperation mit dem Jugendwaldheim Rossberg (br) ökologische Projekte entworfen, durchgeführt, verändert und weiterentwickelt. Entstanden ist ein Spiralcurriculum, das für jede Jahrgangsstufe ein Projekt vorsieht:

  • Jahrgang 5: Waldtag
  • Jahrgang 6: Urgesellschaft
  • Jahrgang 7: Landwirtschaft
  • Jahrgang 8: Wasser
  • Jahrgang 9: Dorfentwicklung
  • Jahrgang 10: Energie

Ziele

Die ökologische Grundbildung – so das Schulprogramm – hat zum Ziel, „das Umweltbewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu verbessern, indem sie lernen, Wissen aus verschiedenen Fächern zu verknüpfen, um dann selbst Vorschläge für eine zukunftsfähige Entwicklung machen zu können. Bei der Durchführung stehen zunächst Naturerleben und Beobachtung im Vordergrund. Systematisches Unter suchen von Zusammenhängen in Ökosystemen soll die Kinder und Jugendlichen dazu befähigen, kritisch und fundiert zu urteilen, so dass im Jahrgang 10 schließlich das selbständige Erarbeiten einer Thematik möglich wird, bei der soziale, ökonomische und ökologische Aspekte berücksichtigt sowie globale Zusammenhänge erfahrbar werden.“ Ganzheitliches Lernen und die Einbeziehung außerschulischer Lernorte und -partner sind von großer Bedeutung. Aufgrund der guten Erfahrungen der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer und der durchweg positiven Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern und ihrer Eltern sind die Rossberg-Projekte fester Bestandteil des Schulprofils geworden.

Projekt Dorfentwicklung

Das Projekt „Dorfentwicklung“ wurde im Rahmen des BLK-Programms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ entwickelt. „Es geht darum, die Veränderungen von Lebensräumen in der Region zu untersuchen und zu hinterfragen.“ Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 untersuchen beispielhaft ein Dorf in der Region. Sie befragen die dort lebenden Menschen und die politisch Verantwortlichen des Ortes, wälzen Dorfchroniken, beschäftigen sich mit dem Problem des Höfesterbens und seinen Auswirkungen auf die Dorfstruktur, erforschen das Freizeitverhalten der Jugendlichen oder die Bedeutung der örtlichen Vereine. Am Ende des Projektes haben sich die Beteiligten intensiv mit sozialen, ökonomischen und ökologischen Fragen an einem Beispiel in ihrem Umfeld beschäftigt – die Bedeutung des schwierigen Begriffes „Nachhaltigkeit“ wird damit konkret und greifbar.