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Umweltprojekte

„Lehrende und Lernende gehen verantwortungsbewusst mit der Umwelt um, damit sie sich selbst und zukünftigen Generationen die Lebensgrundlagen erhalten” (Leitgedanke aus dem Schulprogramm 2002 bis 2005). An der im Zentrum von Kassel gelegenen beruflichen Schule werden Auszubildende der Berufsfelder Elektro-, Informations-, Kraftfahrzeugtechnik sowie Sanitär- und Heizungstechnik unterrichtet. Vollzeitschulformen, z. B. verschiedene Berufsfachschulen und die Fachschule für Technik runden das Ausbildungsspektrum ab. Wie der Leitgedanke der Nachhaltigkeit in einer beruflichen Schule erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden kann und so Eingang in die Arbeitswelt findet, zeigen die zahlreichen Umweltprojekte, die an der Schule verwirklicht wurden; viele davon im Rahmen von Modellversuchen und in Kooperation mit außerschulischen Partnern.

Energie und Leonardo da Vinci II

Erste Versuchsanlagen zur Solarenergienutzung und Fotovoltaik wurden im Projektunterricht im Rahmen des Modellversuchs BUB (Berufliche Umweltbildung) von 1993 bis 1997 entwickelt. Sie werden heute noch für die Warmwasserbereitung der Gebäudereinigung eingesetzt. Es schloss sich das Europa-Projekt „Leonardo da Vinci II – Nachhaltige Energietechniken im Handwerk“ an. In Zusammenarbeit mit Schulen aus Dänemark, Österreich und Spanien wurden Unterrichtsreihen und Projekte zur Nutzung von Solarenergie entwickelt. Heizungsbauer beschäftigten sich mit Kraft-Wärme-Kopplung und Blockheizkraftwerken. Elektroinstallateure erarbeiteten intelligente und energiesparende Installationstechniken mit dem Europäischen Installations Bus (EIB).

Modellversuch LENE

Im Modellversuch LENE („Lernortübergreifende Implementation des Lernfeldes Energietechniken für eine nachhaltige Entwicklung in der Handwerksausbildung)“ bearbeitete die Oskar-von-Miller-Schule 2001 bis 2003 ein Projekt zur energieeffizienten Lüftung in Niedrigenergie- und Passivhäusern. „Nachwachsende Rohstoffe“ war das Thema einer Einheit der Kraftfahrzeugmechaniker des 3. Ausbildungsjahres. Sie rüsteten ein Dieselfahrzeug für den Einsatz mit Treibstoff aus Rapsöl um. Abschließend wurde eine Wirtschaftlichkeits- und Umweltanalyse erstellt.

Neue Räume mit Mehrfachnutzung

2002 wurde das „Innovations- und Kompetenzzentrum für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Apparate- und Versorgungstechnik“ eingeweiht. Die neu gestalteten Räumlichkeiten ermöglichen es, Schüler – wie auf der Baustelle – mit Problemstellungen aus der betrieblichen Realität zu konfrontieren. Die umfangreichen Versuchsanlagen wie auch die versorgungstechnische Infrastruktur wurden so konzipiert, dass alle Stoff- und Energieströme möglichst sparsam und intelligent genutzt werden. So kann das für Versuche benötigte Warmwasser durch den Einsatz von Sonnenkollektoren erzeugt werden. Die Wärmenergie, die bei den Versuchen in der Feuerungstechnik entsteht, wird in Pufferspeichern gesammelt und in weiteren Versuchen genutzt. Das Ablaufwasser aller Versuchsstände wird zentral gesammelt, wenn möglich mehrfach genutzt, bevor es abschließend über separate Sammeltanks in Verbindung mit der Regenwasseranlage für die Toilettenspülung verwendet wird.

Umweltzentren als Kunden

Bewährt haben sich Auftragsarbeiten – sie erhöhen die Motivation und fördern das eigenverantwortliche Handeln. Auch Umweltzentren im Raum Kassel profitieren von den Kompetenzen der Berufsschüler. So wurden für das Schulbiologiezentrum Kassel Regenwurmbeobachtungskästen gebaut. Für das Wassererlebnishaus Fuldatal planen und installieren die Zentralheizungs- und Lüftungsbauer im Rahmen eines Kundenauftrags eine Demonstrations- und Versuchs-Solaranlage. Gleichzeitig bauen die Gas- und Wasserinstallateure die vorhandene mobile Regenwassernutzungsanlage als Demonstrationsanlage um. Auch ein Bauwagen, umgestaltet als mobiler Unterrichtsraum, wird regelmäßig bei Projekten im Forst eingesetzt und kann von anderen Schulen ausgeliehen werden.