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Schule in Bewegung

Hier bewegt sich was. Und zwar jeden Tag: Die Schülerinnen und Schüler der Nikolausschule Assmannshausen lernen nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem gesamten Körper. Unter Einbezug möglichst vieler Sinne haben die Kinder dort die Möglichkeit, ihre Lerninhalte im ursprünglichen Wortsinn zu „Be-Greifen“: Experimente und handlungsorientierte Aufgabenstellungen prägen den fächerübergreifenden Unterricht.

Wenn die Klasse 4 zur Zeit die Milch durchnimmt, geschieht dies nicht mit Hilfe eines Buches. Vielmehr wird beobachtet, wie Milch sich auf der Heizung verändert und mit Herdplatte, Fön und Filtertüte geforscht, was in ihr steckt. Zum Kennenlernen der Milchprodukte stellen die Kinder selbst Quark und Butter her; verschiedene Geschmacks- und Geruchstests erhellen die Unterschiede zwischen entrahmter und fettarmer Milch. Bei einer steinzeitlichen Nahrungssuche erfahren die Schülerinnen und Schüler, warum die Menschen überhaupt begannen, Kühe zu halten; im Interview mit Herrn Pasteur lernen sie, die seltsamen Fachbegriffe auf der Milchpackung zu verstehen. Und bei der statistischen Dokumentation des eigenen Milchverbrauchs erkennen die Kinder die Bedeutung von Kalzium für ihre Ernährung.

Das alles geschieht gleichzeitig. Denn: Durch jahrelange Übung kann die Klasse sich so selbständig organisieren, dass nicht mehr alle zur selben Zeit das Gleiche tun müssen. Stattdessen ist Bewegung möglich: Die Kinder laufen zielstrebig durch den Raum, um bei einem anderen Schüler Informationen einzuholen, sammeln auf dem Hof für den Kuh-Verdauungsversuch benötigtes Gras, suchen sich neue Aufgaben oder einen

Partner.

 

Ist das nicht ein enormer Aufwand? Ja. Aber er lohnt sich. Alle Kinder sind mit Freude dabei, sie lernen unter großer innerer Beteiligung, also nachhaltiger und intensiver. Das gilt nicht nur für den Sachunterricht: Auch Deutsch und Mathematik werden in diesen Prozess integriert. Vordergründig monotone Übungen wie das Aufsagen des Einmaleins können durch Bewegungen so abwechslungsreich gestaltet werden, dass keine Langeweile aufkommt. Durch Rhythmik und Körpersprache lassen sich die Reihen zudem besser einprägen.

 

Eine veränderte Unterrichtsorganisation tut das übrige: Warum sollen Kinder den ganzen Vormittag an ihren Stühlen kleben? Die Klassenräume der Nikolausschule sind so aufgeteilt, dass sie den Schülerinnen und Schülern Rückzugsecken für Partnerarbeiten bieten, einen größeren Raum für Spiele frei lassen und verschiedene Versammlungsmöglichkeiten erlauben – stehend, kniend oder sitzend. Besonders bei den jüngeren Kinder wird der Unterricht zudem immer wieder durch Bewegungspausen unterbrochen: Kleine Turn- oder Entspannungsübungen und Spiele machen nicht nur den Kopf wieder fit für neue Aufgaben, sondern stärken auch das soziale Miteinander. 

 

In Anerkennung dieser Bemühungen um kindgemäßen und motivierenden Unterricht zeichnet das Schulamt die Nikolausschule nun mit dem Gesundheits-Zertifikat „Bewegungsfördernde Schule“ aus. Um dieses Ereignis zu feiern, veranstaltet die Grundschule im Juni eine Projektwoche unter dem Motto „Schule in Bewegung“: Über vier Tage hinweg sollen hier Sport- und Spielmöglichkeiten ausprobiert werden, die den Kindern Anregungen für eine fernsehfreie Nachmittagsgestaltung bieten oder durch eine Veränderung des Schulgeländes dazu beitragen, den Lernalltag noch aktiver zu bewältigen.

 Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.