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"Grünes Klassenzimmer"

„Natur- und Umweltschutz sollen nicht nur als Unterrichtsthema, sondern vielmehr als Unterrichtsprinzip und gesellschaftspolitische Verpflichtung verstanden werden,“ heißt es im Baustein „Ökologie“ des Schulprogramms der integrierten Gesamtschule in Langenselbold. „Ökologisierung bedeutet gleichzeitig auch Demokratisierung der Schule: Übertragung von mehr Verantwortung auf Schülerinnen und Schüler, mehr Mitspracherechte und Mitgestaltungsmöglichkeiten, die zu mehr Identifikation mit der Schule führen.“ Diese Schulphilosophie ist das Ergebnis eines langen, engagierten und arbeitsreichen Prozesses. Dabei ist Beteiligung an Wettbewerben und Netzwerken immer wieder Motivation zu neuen Schritten. 1995 wurde die Käthe-Kollwitz-Schule „ökologisch orientierte Schule des Landes Hessen“, seit 1999 arbeitet sie im BLK-21-Programm „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ mit. Die Schule wurde zweimal mit dem Umweltpreis des Main-Kinzig-Kreises ausgezeichnet. Durch die Teilnahme am Bildungsprojekt „Comenius“ pflegt sie Kontakte zu Schulen in Portugal, Schweden und Griechenland. Außerdem besteht eine Patenschaft für eine Schule in Nicaragua.

Partizipation

Die „Arbeitsgruppe ökologisch orientierte Schule” ist Planungs- und Steuerungsgruppe für die ökologischen Aktivitäten an der Schule. In ihr sind Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern vertreten. Ein Kurzbericht dieser Arbeitsgruppe hat einen festen Platz in der Gesamtkonferenz. In jeder Klasse wird eine Klassenumweltbeauftragte oder ein Klassenumweltbeauftragter gewählt, aus deren Kreis sich der Schulumweltbeirat bildet. Nach guten Erfahrungen mit einer Streuobstwiesen-Patenschaft – es wurden mehr als 150 Liter Apfelsaft gepresst und verkauft – haben die Schülerinnen und Schüler des Umweltbeirates beantragt, auch auf dem Schulgelände Hochstammapfelbäume zu pflanzen.

„Grünes Klassenzimmer“

Die ökologische Gestaltung der Schule und des Lebens in der Schule hat Erfolg. Immer wieder wird von Gästen bestätigt, dass die Käthe-Kollwitz-Schule eine gute Atmosphäre ausstrahlt. Auf dem Schulgelände gibt es zahlreiche Kleinbiotope, die natürlich auch für den Unterricht genutzt werden: Eine Blumenwiese, die möglichst erst nach dem 15. Juni gemäht wird, ist der einzig übrig gebliebene derartige Lebensraum in einem inzwischen total überbauten Wohnbezirk. In Zusammenarbeit mit dem Imkerverein Langenselbold werden auf dem Schulgelände eigene Bienenvölker von Schülerinnen und Schülern gepflegt. Ein Freiland-Gesteine-Lehrpfad zeigt in tonnenschweren Blöcken typische Gesteinsarten der hessischen Mittelgebirge. In einem der Nistkästen am Schulgebäude brütete sogar schon ein Turmfalke. Das „Grüne Klassenzimmer“ mit Schulteich, Moorbeet, Farnecke, Trockenmauer, Obstbäumen und vielen Nistkästen steht als ökologische Station sowohl der Langenselbolder Grundschule als auch denen der umliegenden Kommunen zur Verfügung.

Eine Insel für die Sonne

Auf dem Flachdach der Schule ist eine 2,2-kW-Photovoltaikanlage installiert, die mit Messleitungen für den Physikunterricht und in der Pausenhalle mit einem Display ausgestattet ist, das permanent die aktuellen Werte zeigt. Wer der Energie der Sonne ganz genau nachspüren will, kann sie mit der „Inselanlage” – einer fahrbaren Photovoltaikanlage mit Messeinrichtungen - einfangen.

Öffnung von Schule

Viele der Projekte sind ohne außerschulische Partner nicht denkbar. Neben dem Imkerverein und dem Obst- und Gartenbauverein sind die örtlichen Naturschutzgruppen, die Ökumenische Werkstatt und der Langenselbolder Stadtbiologe Matthias Wissel Kooperationspartner der Schule. Auf dem jährlichen Langenselbolder Umwelttag präsentieren Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Umweltund Nachhaltigkeitsprojekte, oft mit Unterstützung von Firmen der Region.