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Schulgarten und Recycling

Die Bad Camberger Förderschule für Kinder und Jugendliche mit Hörschädigungen wurde dreimal als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet. Mit den Themen Schulgarten und Recycling wurden dabei Handlungsfelder aufgegriffen, die zeigen, wie Natur- und Umweltschutz im Schulbetrieb ganz praktisch umgesetzt werden kann. Die Freiherr-von-Schütz-Schule ist als überregionales Beratungs- und Förderzentrum eingerichtet. Es werden Schülerinnen und Schüler unterrichtet, gefördert und betreut, die hörgeschädigt oder zentral auditiv wahrnehmungsgestört sind. Angeschlossen sind ein Internat und ein Hortbetrieb.

Schulgarten

Im Jahr 2001 legte eine Lerngruppe lernbehinderter, praktisch bildbarer hörgeschädigter Schülerinnen und Schüler unter Anleitung ihres Klassenlehrers auf dem Schulgelände einen etwa 200 qm großen Garten an. Der Garten wurde in kleinere Parzellen aufgeteilt, die nun an interessierte Schulklassen vergeben werden. Engagiert sich die Klasse im eigenen Schulgarten, wird der „Vertrag“ verlängert. Ein Gartengerätehaus wurde von denSchülerinnen und Schülern selbst zusammengebaut, ebenso eine Insektenherberge zur Förderung der biologischen Schädlingsbekämpfung. In einer Zisterne wird Regenwasser für die Gartenbewässerung gesammelt. Jedes Jahr freut sich die Schulgemeinde auf den selbst erzeugten, frisch gepressten Apfelsaft der schuleigenen Streuobstwiese, der auch in den Pausen angeboten wird.

Erfahrungen mit Recycling

In der Schule ist eine Sammelstelle für Flaschenkorken eingerichtet. Diese werden in der Werkstatt für Behinderte in Idstein zu Korkgranulat verarbeitet, das als Dämmstoff wieder verkauft wird. Die Schülerinnen und Schüler erleben so nicht nur Recycling am praktischen Beispiel, sondern erfahren auch, dass sie dazu beitragen können, dass andere behinderte Menschen ihre sinnvolle Arbeit behalten. Auf Initiative der Umweltgruppe der Schule werden Schulhefte aus Recyclingpapier im Foyer zum Einkaufspreis angeboten. Anlass war die Erfahrung vieler Schülerinnen und Schüler, dass sie in den Schreibwarengeschäften ihrer Heimatgemeinden immer seltener die gewohnten Hefte mit dem Umweltengel kaufen konnten. Sie informierten sich über die Hintergründe und stellten fest, dass Schreibwaren aus Recyclingpapier aufgrund der gesunkenen Nachfrage immer weniger angeboten werden. Durch das schulinterne Angebot können nun – zumindest in der Freiherr-von-Schütz-Schule – wieder verstärkt Recyclinghefte benutzt werden.