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Eine Schule für alle

„Eine Schule für alle“ ist der Leitgedanke der Erich-Kästner-Schule im Marburger Ortsteil Cappel. Behinderte und nicht behinderte Kinder lernen gemeinsam. Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekte haben dabei einen hohen Stellenwert. Wald, Wiesen und Lahnauen als außerschulische Lernorte liegen vor der Tür. Ganzheitliches Lernen ist ein unverzichtbares Unterrichtsprinzip und im Schulprogramm festgeschrieben: „Dort, wo der Unterricht nicht nur den Kopf erreicht, sondern Herz und Hand nicht außer Acht lässt –möglichst viele Sinne anspricht, wird er lebendig und dem Kind als Ganzes gerecht.“

1 x pro Woche im Wald

In Kooperation mit dem Jugendwaldheim Roßberg (17) und der Universität Marburg wurde das Konzept „Ein Unterrichtstag pro Woche im Wald“ entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler können hautnah die wöchentliche Veränderung der Natur miterleben, nehmen die Veränderungen in den verschiedenen Jahreszeiten bewusst wahr und können ihre Wahrnehmungsbereiche ohne zwanghaftes Üben schulen. Erfahrungsmöglichkeiten, die behinderten und nicht behinderten Kindern gleichermaßen zu Gute kommen. Transparenz nach außen und untereinander ist dabei wichtig. Ein neu eingerichtetes Präsentationsforum sind die Aulatage. Zweimal im Schuljahr stellen sich vier Klassen ihre Unterrichtsprojekte in der Aula gegenseitig vor.

Kräuter, Gewürze, Duftpflanzen

Seit vielen Jahren gibt es einen Schulgarten, der vielfältig genutzt wird. Im Schulprogramm ist festgelegt: Das erste Schuljahr hat ein Beet für Frühblüher, die zweite Klasse eines für Kartoffeln, um dort die Knollen für das Kartoffelprojekt selbst anzubauen und zu ernten. Über ein Duft- und ein Gewürzbeet verfügt zur Zeit eine vierte Klasse, die es gemeinsam mit Kindern der Förderstufenklassen bearbeitet und pflegt. Sie finden dort Pflanzen, die sie bereits auf der Wiese kennen gelernt und gesammelt haben und erfahren, dass Kräuter aus der Apotheke oder aus dem Supermarkt ihre Vorgeschichte haben. Die Gartenprodukte und gesammelten Kräuter werden praktisch verwertet, Rezepte ausprobiert und anderen Kindern Kostproben angeboten. Vieles wird sogar vermarktet – auf dem großen Kräuter- und Gewürzstand der Schule. Die Kinder machen selbst Werbung für ihre Produkte und sind dabei zu Experten geworden. Sie können nicht nur Kerbel von Kresse unterscheiden, sondern informieren ihre Kunden über die Verwendung und die Wirksamkeit ihrer Produkte. Auch Eltern werden in das erfolgreiche Schulgartenprojekt einbezogen.