Portal durchsuchen


Fehler gefunden?

Haben Sie einen Fehler gefunden? Oder haben Sie Wünsche oder Ideen?

Bewegungskonzepte

Dieses Konzept ist als Erweiterung des Förderkonzepts zu sehen, es ist nur in Verbindung zu diesem zu verstehen.

Bewegtes Lernen für alle

Die ASS bemüht sich um Ausbildung und Erziehung in wirklichkeitsnahen Situationen. Da ca. 50 % der Kinder unserer Schule einen Migrationshintergrund haben, bedeutet Erziehung an unserer Schule vor allem

Integration. Integration wird hierbei verstanden als ein tolerantes Miteinander von allen Kindern, ein respektvolles gewaltfreies Zusammenleben. Wir bemühen uns um eine ganzheitliche Lernkultur, zu der auch die Bewegungserziehung zählt.

Wir gehen davon aus, dass Lernen mit Kopf, Herz und Hand alle Kinder unterstützt, sich die Welt anzueignen und zu gestalten.5 Bei unserer Arbeit berücksichtigen wir die veränderte Lebenssituation der Kinder. Viele Kinder heutzutage leiden unter Bewegungsmangel und häufig unter zu hohem Gewicht.

Bewegtes Lernen fördert die motorische, soziale und emotionale Entwicklung unserer Schüler6, ihren Zusammenhalt und ihre Selbstwertentwicklung. Neben dem Sportunterricht findet die motorische Förderung in vielfältigen Situationen statt. In u.a. vom Förderverein organisierten Arbeitsgemeinschaften (AGs) wie Zirkus, Fußball, Hip Hop u.a. erleben die Kinder sich und ihre Schulkameraden in einem anderen als dem Klassenzusammenhang mit einem anderen Schwerpunkt als dem vor allem bewerteten Lernen. Sie erleben Schule auch als einen Ort des Lebens und des Miteinanders, einen Ort der Heimat. Bei dem vielfältigen Angebot können die Schüler ihren individuellen Interessen entsprechend Kurse aussuchen.

Integration durch Sport

Insbesondere Integration durch Sport hat einen hohen Stellenwert an der ASS.

Schüler mit Migrationshintergrund erfahren hier durch den Sport soziale Integration.

Durch verbalen und nonverbalen Austausch mit Mitschülern wird sowohl ihre

Sprachfähigkeit gefördert, sie sind und/ oder werden aktiver Teil der Schulgemeinde.

Gleichzeitig findet auch ein Austausch der Kulturen statt.

Soziales Lernen und Sport

Vielen Kindern fällt das Einhalten von Regeln im Alltag schwer. Manche Regeln sind ihnen nicht verständlich, manche können oder wollen sie aus den unterschiedlichen Gründen nicht einhalten. Im Sport sind Regeln klar verständlich, notwendig und leichter einzuhalten als in anderen Situationen. So leistet Sport einen wichtigen Beitrag zum sozialen Lernen7. Kinder lernen, vorgegebene Regeln und Rituale einzuhalten. Verhaltensvorgaben bestimmen nicht nur den Sport, sondern regeln auch gesellschaftliches Leben. Darüber hinaus lernen die Kinder im sportlichen Wettkampf das Verlieren und somit auch das Ertragen von Frustration. Neben der bei der Bewegung abgebauten „Aggressionsenergie“ ist auch das Erleben von Niederlage und Sieg ein großer Beitrag zur Gewaltprävention. Kinder lernen Freunde mit gleichen Interessen im Sport kennen. Freundschaften sind ein wichtiger Baustein, um Heimat und Zugehörigkeit zu erleben. Es fördert die emotionale Ausbildung. Bewegungskonzept in seinen Teilen

Gegenwärtig findet das Bewegungskonzept in vier Bereichen seine Realisierung: im Sportunterricht, in der unterrichtsorientierten Bewegung, in pausenorientierte Bewegung, in schulweiter Bewegungserziehung.

Sportunterricht

Im Sportunterricht, der um die Häufigkeit des Bewegungsanlasses der Kinder zu erhöhen, möglichst zwei Mal einstündig in der Woche stattfindet, gilt es, gezielt die motorischen Voraussetzungen der Kinder zu entwickeln und auszubauen. Hierfür gibt es einen schuleigenen Plan für das Fach Sport. Die dritte Sportstunde findet über die Woche verteilt in täglicher Bewegungszeit im Klassenzimmer und / oder auf dem Schulhof statt.

Unterrichtsorientierte Bewegung

Die unterrichtsorientierte Bewegung beinhaltet die tägliche Bewegungszeit, die mit Übungen zwischendrin (Brain Gym, kurze Gymnastik, …) in allen Klassen stattfindet.

Aber auch die in das tägliche Unterrichtsgeschehen integrierten „kleinen Bewegungen“ wie Arbeitsblatt holen, zum Partner gehen, dienen planvoll der Erhöhung der Bewegungsfrequenz aller Kinder. Den Schülern soll möglichst immer das Lernen auf „verschiedenen Kanälen“ ermöglicht werden.

Auch das Umstellen des Schulmobiliars auf ergonomische Stühle und verstellbare Tische ist Teil des Bewegungskonzepts. „Bewegung im Sitzen“ unterstützt gesundes Sitzen, stärkt die Wirbelsäule und lässt die Kinder im Unterricht sich z. B. schaukelnd bewegen. Bis jetzt sind sechs Klassenzimmer mit diesen Möbeln ausgestattet. Jedes Jahr werden drei weitere Klassenzimmer damit ausgestattet.

Dies alles geht nicht ohne Fortbildung des Kollegiums. So wird in diesem Schuljahr im April der Zusammenhang von Sitzen und Bewegen im Unterricht auf einer Fortbildung den Lehrkräften, Schülern und Eltern von der AOK verdeutlicht. Teil dieser Fortbildungsaktion ist u.a. ein Schulranzen TÜV für alle Kinder, um den Zusammenhang von gesunder Haltung und körperlicher Belastung auch an diesem  „alltäglichen Problem“ darzustellen und dafür zu sensibilisieren.

Pausenorientierte Bewegung

Alle Klassen haben Pausenspielkisten. Diese wurden im Februar 2008 vom

Förderverein der Schule um einige Seile, Gummitwists und Bälle für alle Klassen neu aufgestockt. Der Umgang mit den Spielgeräten wird im Sportunterricht den Kindern gezeigt und vermittelt.

Die Schulhöfe der beiden Schulgebäude bieten genug Platz für vielfältige Bewegungsmöglichkeiten.

Das Konzept der „Bewegten Pause“ ist ein wichtiges Element der Bewegungserziehung. Die Schüler sollen auch hier durch gemeinsame Bewegungserfahrungen während der Pausenzeit soziale, emotionale und motorische Erfahrungen machen.

Mit der „Aktiven Pause“ wird explizit auf die Bewegungsbedürftigkeit der Schüler eingegangen. Im Mai 2008 wurde das Kollegium über die Gestaltung und Durchführung der „Aktiven Pause“ informiert. Im November 2008 wurden Großspielgeräte angeschafft, die an der Nebenstelle in einer Garage und in einem „Spielehäuschen“ an der Hauptstelle gelagert werden. Die Schüler können in der 1. Großen Pause die Pausenspiele klassenweise ausleihen. Für die Ausleihe sind Schüler der 3. und 4. Klassen verantwortlich.

Dieses Konzept wird erweitert durch die Anschaffung von weiteren „größeren Spielgeräten“. Das Konzept für die größeren Spielgeräte, die in einem Container im Schulhof gelagert werden sollen, wurde von Eltern und Lehrkräften erarbeitet. Kinder der größeren Klassen sollen die Spielgeräte verwalten. Im Mai wird das Kollegium für die Durchführung und Gestaltung eine Fortbildung erhalten. Momentan fehlt noch der Container/ Bauwagen o. ä., um die Spielgeräte aufzubewahren. Die Schulhöfe sollen dann in einem Prozess mit Lehrkräften, Kindern und Eltern bewegungsfreundlicher gestaltet werden. Dies wird noch im ersten Halbjahr 2008/09 eingeführt werden.

Schulweite Bewegungserziehung

Jedes Jahr finden mehrere Sportfeste an der Schule statt. Diese fördern die Integration, die Identifizierung mit der Schule, das Miteinander der Schulgemeinde.

Im Sommer spielen die Leichtathletik-Bundesjugendspiele für alle eine große Rolle, das Spiel- und Bewegungsfest und das Fußballturnier mit dem Angebot von gesunder Nahrung sind fester Bestandteil des Schullebens. Die Schule beteiligt sich im dritten Jahr an dem Projekt „Fit am Ball“, das den Zusammenhang von gesunder Ernährung und Bewegung für die Kinder der dritten und vierten Klassen erlebbar macht. In diesem Jahr beteiligt sich die ASS an der Dribbelweltmeisterschaft „Fit am Ball 3000“. Hier wird ein Ball – analog des olympischen Staffellaufs - von Dresden nach Basel zur Eröffnung der Europa-Fußballmeisterschaft von Kindern gedribbelt.

Die Kinder / die Schule sind so das Guinness-Buch der Rekorde gekommen. Kinder der ASS dribbelten den Ball von Kelsterbach zum  Commerzbankstadion in Frankfurt.

Außerdem beteiligt sich die Schule an verschiedenen sportlichen Wettbewerben. Hier achten wir immer darauf, dass möglichst nicht immer die gleichen Kinder an den Wettbewerben teilnehmen.

Ein weiterer wichtiger Teil der schulorientierten Bewegungs- und Integrationserziehung ist das außerunterrichtliche Sportangebot. Im Zirkusprojekt haben viele Kinder die Möglichkeit, ihren Körper auf neuen Wegen zu erproben und zu erstaunlichen Leistungen zu bringen. Angebote wie Hip-Hop, Gymnastik, Tanz und viele Fußballgruppen runden das Angebot ab. Ein solch breites Angebot ist nur mit Unterstützung der Stadt Neu-Isenburg und einiger Neu-Isenburger Vereine möglich. Ziel ist es, das Angebot zu erweitern und noch mehr außerschulische Partner in die Schule einzubinden. Momentan scheitert dies an Hallenkapazitäten und an fehlendem Angebot von Übungsleitern. Aber wir arbeiten kreativ an dem Ausbau von Ideen und dem Finden von Übungsleitern. Geplant ist u. a. ein Ballprojekt für Kinder, das ganzjährlich im Schulhof stattfindet.

Dieses Konzept wird zum Ende des Schuljahres 2011/12 evaluiert.