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Lehrkräfte und Führungskräfte in Schulen – Belastung / Stärkung / Gesunderhaltung

Becker, P. (2006). Die Bedeutung von Persönlichkeitseigenschaften und chronischem Stress aufgrund eines Mangels an Bedürfnisbefriedigung für gesundheitliche Beeinträchtigungen von Lehrern. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 53(2), 81-96.

    Abstract:
    Auf dem Hintergrund eines Anforderungs-Ressourcen-Modells der Gesundheit wird überprüft, ob Lehrer gehäuft unter chronischen Stressbelastungen und psychischen Symptomen leiden und von welchen Bedingungen ihr Gesundheitszustand abhängt. Untersucht wurden 114 Lehrerinnen und 91 Lehrer aus verschiedenen Schultypen. Erhebungsinstrumente waren das "Trierer Integrierte Persönlichkeitsinventar" (TIPI), das "Trierer Inventar zum chronischen Stress" (TICS), die "Symptom-Checkliste" (SCL-90-R) und der "Fragebogen zur habituellen körperlichen Gesundheit" (FHKG). Es zeigte sich, dass sich Lehrkräfte (insbesondere Lehrerinnen) im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung gehäuft überlastet und überfordert fühlen, über mangelnde Anerkennung klagen und dass sie unter erhöhter Symptombelastung leiden. Pfadanalysen stützen die theoretischen Modellannahmen. Eine zentrale gesundheitliche Bedeutung kommt der chronischen Stressbelastung aufgrund eines Mangels an Bedürfnisbefriedigung sowie Persönlichkeitseigenschaften und dem Lebensalter zu. Aus dem theoretischen Modell und den empirischen Befunden werden praktische Maßnahmen zur Gesundheitsförderung abgeleitet und es werden Beziehungen zum Konstrukt der emotionalen Intelligenz hergestellt.
 

Expertengruppe „Lehrergesundheit“ (2005). Landauer Empfehlungen zur Lehrergesundheit - Lehrergesundheit fördert Qualität von Schule. Das Gesundheitswesen, 67 (1), 56-58.

    Abstract:
    Vorgelegt wird ein Konsensuspapier mit Empfehlungen zur Lehrergesundheit, die im Rahmen einer Expertentagung im Juni 2004 in Landau entwickelt wurden. Die Empfehlungen betreffen die folgenden Bereiche: (1)Lehrergesundheit als zentrales Gut, (2) Prävention - Verknüpfung von Qualitätsmanagement und Lehrergesundheit, (3) Lehrerausbildung und Personalentwicklung, (4) Lehrerbild - Wertschätzung des Lehrerberufs und Berufsethos, (5) Unterstützungssysteme, (6) Behandlung und Rehabilitation, (7) Kooperation.

Heyse, H. (2003): "Lehrergesundheit - zwischen individueller Verantwortung und kollegialer Schulgestaltung", in: Lernende Schule, 22, S. 9-13, ISBN / ISSN: 1435-1692.

Abstract:
Der Artikel setzt sich auseinander mit verschiedenen Aspekten des Erhalts und der Förderung von Gesundheit sowie der Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit von Lehrkräften und Schulleitungen.

Heyse, H., Krampen, G., Schui, G. & Vedder, M. (2004). Berufliche Belastungen und Belastungsreaktionen früh- versus alterspensionierter Lehrkräfte in der Retrospektive. Report Psychologie, 29 (6), 372-379.

    Abstract:
    Unter Bezug auf Stress- und Coping-theoretische Ansätze wurden die Beschwerden und die für die letzten Dienstjahre erinnerten beruflichen Anforderungen, Einstellungen, Belastungsfaktoren und Stressreaktionen von früh- versus alterspensionierten Lehrkräften ein Jahr bis vier Jahre nach der Pensionierung empirisch analysiert. An Fragebogenerhebungen beteiligten sich 419 frühpensionierte (Fragebogenrücklauf: 58 Prozent, auswertbar 383) und 129 alterspensionierte Lehrkräfte (Fragebogenrücklauf: 63 Prozent, auswertbar 119). Signifikante Gruppenunterschiede zeigten sich in der für den Pensionierungszeitpunkt erinnerten und in der aktuellen Belastung durch Beschwerden zu Ungunsten der Frühpensionierten. Sie erinnerten darüber hinaus für die letzten fünf Dienstjahre stärkere Stress-Symptome, höhere und belastendere berufliche Anforderungen, stärkeren beruflichen Stress durch allgemeine Arbeitsbedingungen, Schülerverhalten und Elternschaft sowie eine negativere Bewertung der eigenen Berufstätigkeit als die Alterspensionierten. Keine bedeutsamen Gruppenunterschiede konnten dagegen für die erinnerte soziale Unterstützung sowie die subjektive Bedeutung und Wichtigkeit der Arbeit festgestellt werden. Die Befunde einer multiplen Diskriminanzanalyse zeigten, dass die für den Pensionierungszeitpunkt erinnerten Beschwerden im Kontrast zu allen erhobenen potenziellen Risiko- und Schutzfaktoren den höchsten Diskriminationswert für die Unterscheidung der früh- und alterspensionierten Lehrkräfte hatten. Darüber hinaus war ein dem Konzept des Arbeitsverhaltens und -erlebens von Schaarschmidt und Fischer entsprechender beruflicher Risikotyp (Muster A) bei den Frühpensionierten im Vergleich zu den Alterspensionierten signifikant über- und ein beruflicher "Schonungs-Typ" (Muster "S") signifikant unterrepräsentiert. Von den Frühpensionierten wurden ferner verstärkt palliativ ausgerichtete Stressreaktionen erinnert, wogegen Alterspensionierte häufiger Versuche der aktiven Problembewältigung und der Neubewertung von beruflichen Belastungssituationen angaben. Die Ergebnisse weisen auf die Bedeutung individueller und institutioneller primärpräventiver Maßnahmen für die Verhinderung von vorzeitiger Berufsunfähigkeit und Frühpensionierungen bei beruflich engagierten und motivierten Lehrkräften hin.

Klusmann, U., Kunter, M., Trautwein, U. & Baumert, J. (2006). Lehrerbelastung und Unterrichtsqualität aus der Perspektive von Lehrenden und Lernenden. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 20 (3), 161-173.

    Abstract:
    Der Beitrag untersucht, inwieweit sich die erlebte Belastung von Mathematiklehrkräften auch in dem von den Schülern berichteten Unterrichtsverhalten dieser Lehrkräfte widerspiegelt. Dabei wurde der "Fragebogen zu Arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmustern" (AVEM) von Schaarschmidt und Fischer eingesetzt, der anhand von 11 Subskalen personale und soziale Ressourcen bei der Bewältigung berufsbezogener Anforderungen erfasst. In Clusteranalysen mit Lehrerinnen und Lehrern resultierten in den meisten vorliegenden Studien vier Typen (Gesundheitstyp, Schontyp, Risikotyp A, Risikotyp B). Bisherige Arbeiten zum Zusammenhang zwischen dieser Typologie und Unterrichtsverhalten verwendeten allerdings ausschließlich Selbstberichtsdaten von Lehrkräften. Datenbasis der vorliegenden Studie ist eine Stichprobe von 314 Klassen der 9. Jahrgangsstufe und ihrer Mathematiklehrkräfte, die im Rahmen der nationalen PISA-Erhebung 2003 befragt wurden. Die Ergebnisse zeigen zum einen die clusteranalytische Replizierbarkeit der Schaarschmidtschen Typologie. Zum zweiten fanden sich auf vier von sechs untersuchten Dimensionen der Unterrichtsqualität (Störung im Unterricht, Interaktionstempo, kognitive Selbstständigkeit, Sozialorientierung, Gerechtigkeitserleben, Kränkung) signifikante Unterschiede zwischen den Typen, die zeigen, dass Schüler den Unterricht des Gesundheitstypus am positivsten beurteilen.

Krause, A. (2002). Dienstunfähigkeit von Lehrerinnen und Lehrern aus arbeitspsychologischer Sicht. Zeitschrift für Erziehung und Unterricht in Schleswig-Holstein, 56 (Heft 12), 14-18.

 

Krause, A. (2003). Lehrerbelastungsforschung – Erweiterung durch ein handlungspsychologisches Belastungskonzept. Zeitschrift für Pädagogik, 49, 254-273.

    Abstract:
    Die Lehrerbelastungsforschung kann durch eine Vielzahl verschiedenartiger Konzepte, Definitionen und Methoden charakterisiert werden. Vorherrschend sind Ansätze in der Tradition transaktionaler Stresskonzepte sowie Ansätze, die verschiedene Aspekte der Persönlichkeit betonen. Entsprechend beruhen die Erhebungsmethoden fast ausschließlich auf Selbstberichten der Lehrkräfte. Es bleibt theoretisch ungeklärt, welche Aspekte der Tätigkeit als Belastungsfaktoren zu berücksichtigen sind. Arbeitswissenschaftliche Vertreter orientieren sich vor allem an dem Belastungs-Beanspruchungskonzept. Zusätzlich wird ein handlungspsychologisches Belastungskonzept vorgestellt, welches auf die Unterrichtstätigkeit von Lehrerinnen und Lehrern übertragen wurde. Die empirischen Ergebnisse einer Studie bestätigten die Reliabilität und Validität des entwickelten Untersuchungskonzepts und somit die Möglichkeit, psychische Belastungen über Beobachter zu erheben. Das handlungspsychologische Belastungskonzept liefert einen konzeptionellen Beitrag, um ein Verständnis der Tätigkeit von Lehrkräften zu entwickeln und einen theoretisch begründeten Zugang zu Situationen zu erhalten, die sich psychisch belastend auswirken.

Krause, A. (2004). Erhebung aufgabenbezogener psychischer Belastungen im Unterricht – ein Untersuchungskonzept. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 48, 139-147.

    Abstract:
    Vorgestellt wird ein Ansatz zur Erhebung psychisch belastender Unterrichtssituationen auf der Grundlage eines handlungstheoretischen Belastungskonzepts. Die für die Übertragung dieses Konzepts auf die Unterrichtstätigkeit notwendigen Erweiterungen werden aufgezeigt. Das neu entwickelte Untersuchungskonzept führte zur Entwicklung eines Manuals, welches externe Beobachter anleitet, Regulationsbehinderungen zu bestimmen. Es werden die Ergebnisse einer auf 46 Unterrichtsstunden basierenden Pilotstudie vorgestellt, welche für die Reliabilität und Validität der Untersuchungsmethodik sprechen.

Kretschmann, R. (2004). Stress im Lehrerberuf. Sonderpädagogische Förderung, 49 (3), 229-245.

    Abstract:
    Es werden wesentliche Belastungen und Belastungsfolgen des Lehrerberufs aufgezeigt. Darüber hinaus werden Möglichkeiten beschrieben, berufstypischem Stress vorzubeugen und gesundheitsschädigende Belastungen zu reduzieren. Im Einzelnen werden sowohl Möglichkeiten kollektiven Handelns in der Schule mit dem Ziel einer Stressprävention vorgestellt als auch individuelle Bewältigungsmöglichkeiten. Es werden Hinweise zu einer beruhigten und beruhigenden Gestaltung des Arbeitsalltags gegeben und es wird aufgezeigt, wie durch eine optimistisch-realistische innere Einstellung Stress- und Überbeanspruchungszuständen vorgebeugt werden kann.

Kuntsche, E., Delgrande-Jordan, M. & Sidler, J. (2005). Rauchen und trinken Lehrpersonen täglich (mehr), wenn sie arbeitsüberfordert und unzufrieden sind? Abhängigkeiten, 11(1), 52-65.

    Abstract:
    Ziel ist die Beschreibung der Häufigkeit und der täglichen Menge des Alkohol- und Tabakkonsums von Lehrpersonen sowie die Analyse von Zusammenhängen mit Arbeitsüberforderung und -Unzufriedenheit. Dies erfolgt mittels logistischer und multipler Regressionen, basierend auf einer repräsentativen Stichprobe von 508 Lehrpersonen der 5. bis 9. Klassen in der Schweiz. Etwa 10 Prozent der Lehrpersonen tranken täglich Alkohol; knapp 20 Prozent rauchten täglich. Arbeitsüberforderte Lehrpersonen hatten eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für täglichen Alkoholkonsum, jedoch nicht für täglichen Tabakkonsum. Dagegen ging Arbeitsüberforderung mit der Anzahl täglich gerauchter Zigaretten einher, jedoch nicht mit der getrunkenen Alkoholmenge. Es wird dafür plädiert, dass präventive Maßnahmen zum Alkohol- und Tabakkonsum bei Lehrpersonen auf die Verminderung und Bewältigung von Arbeitsüberforderung abzielen sollten.

Kupper, S. & Hempel, C. (2006). Burnout bei Lehrern. Folgeerkrankungen und ihre Behandlung. Report Psychologie, 31 (2), 57-60.

    Abstract:
    Im Anschluss an eine nähere Charakterisierung des Burnout-Phänomens bei Lehrern und seiner gesundheitlichen Folgen wird ein stationäres kurzzeittherapeutisches Programm für diese Klientel beschrieben. Burnout stellt eine berufsbezogene chronische Erschöpfung dar, die unbehandelt in eine seelische Erkrankung mit stationärer Behandlungsnotwendigkeit führt. Unter Rückgriff auf entsprechende Studienergebnisse wird über Rahmenbedingungen und Hintergründe der Burnout-Entstehung bei Lehrern informiert. Die Befunde weisen eine hohe objektive und subjektive Arbeitsbelastung, einen im Vergleich hohen Krankenstand und eine geringe Fähigkeit zur Distanzierung bei Lehrern aus. Empirische Daten aus der Oberberg-Klinik Weserbergland dokumentieren, dass unter den Lehrern ihrer Klientel Suchterkrankungen und Depressionen die häufigsten Erkrankungen darstellen. Fuer das Entstehen von Burnout wird ein Missverhältnis zwischen Anforderungsdruck einerseits und Bewältigungsverhalten andererseits verantwortlich gemacht. Beispiele für unangemessene Anforderungen von Lehrern an sich selbst und angemessene Umbewertungen werden angeführt. Anschließend wird eine stationäre Kurzzeittherapie vorgestellt, die neben dem Abbau ungünstiger Selbstüberzeugungen und dem Aufbau konstruktiver Einstellungen die Entwicklung sozialkompetenter Verhaltensweisen anstrebt. Die tiefenpsychologisch ausgerichtete Behandlung enthält verhaltenstherapeutische und ressourcenaktivierende Elemente. An aktuellen Daten wird der Erfolg des Therapiekonzepts bei Lehrern belegt.

Nindl, A. (2005). Kann Supervision an Schulen helfen? Arbeitsbelastungen, Beziehungskonflikte und Berufszufriedenheit von Lehrerinnen und Lehrern. Existenzanalyse, 22 (1), 61-66.

    Abstract:
    Vor dem Hintergrund der aktuellen Bildungsdiskussion werden die erheblichen Arbeitsbelastungen, die sich aus Widersprüchen, Idealisierungstendenzen, situativen Stressoren und kommunikativen Mängeln in der Berufssituation von Lehrern ergeben, aufgezeigt und thematisiert. Ferner wird der Frage nachgegangen, ob und wie Supervision zu einer Professionalisierung und zu mehr Berufszufriedenheit im Lehrberuf beitragen kann. Dazu werden Inhalte und Vorgehensweisen existenzanalytischer Supervision im Arbeitsfeld Schule exemplarisch skizziert.

Neuenschwander, M. (2003): "Belastungen und Ressourcen bei Burnout von Lehrkräften der Sekundarstufe I und II", in: Psychologie in Erziehung und Unterricht, 50, 2, S. 210-219, ISBN / ISSN: 0342-183x

Abstract:
Ausgehend vom Schulkultur-Ansatz und vom Belastungs-Ressourcen-Ansatz wird ein Drei-Faktoren-Modell zur Erklärung von Lehrerburnout in der Sekundarstufe postuliert: (1) Schulische Belastung, (2) Einstellung gegenüber der Schule sowie (3) außerschulische soziale Ressourcen (soziales Netzwerk). Es wurden 95 Lehrkräfte der Sekundarstufe I, der Berufsschule und des Gymnasiums mit einem standardisierten Fragebogen untersucht.

o.V. (2002): "Was stresst uns aus dem Leben?", in: Dreieck, (2002), 2, S. 14-16.

Rolff, H. (1999): Lehrerbeurteilung und Qualitätsentwicklung, Lehrerbeurteilung als Politikum", Journal für Schulentwicklung, Heft 1, 6-15.
Abstract:
Eine auf Qualitätsverbesserung abzielende Schulentwicklung muss mindestens fünf Felder miteinbeziehen: Unterricht, Lebensraum Klasse und Schule, Umfeldbeziehungen, Schulmanagement und Personalentwicklung. Der Beitrag erläutert die besondere Bedeutung der Personalentwicklung als Schlüsselstrategie  und skizziert eine Reihe damit verbundener Problemfelder. Im Folgenden werden die besondere Problematik der Personalbeurteilung durch die Schulleitung und notwendige Voraussetzungen für die Lehrerbeurteilung behandelt.

Schaarschmidt, U. (2005). Psychische Belastung im Lehrerberuf. Und wie sieht es für Sportlehrkräfte aus? Sportunterricht, 54 (5), 132-140.

    Abstract:
    Anhand ausgewählter Befunde aus der Potsdamer Lehrerstudie, in der nahezu 8000 Lehrer zu ihrer Belastung und psychischen Gesundheit befragt wurden, wird deutlich gemacht, dass sich ein bedenkliches Bild der Beanspruchungssituation im Lehrerberuf erkennen lässt. Es zeigte sich, dass höhere gesundheitliche Risiken als in anderen Berufen vorliegen, wobei sich für die Lehrerinnen kritischere Verhältnisse als für ihre männlichen Kollegen abzeichneten. Dabei ließen sich kaum Abhängigkeiten von der Schulform und den unterrichteten Fächern auffinden. Am ehesten wurden fächerabhängige Differenzierungen im Gymnasium festgestellt. Sie weisen insbesondere auf eine problematische Beanspruchungssituation der Sportlehrerinnen hin. Bezogen auf vier Handlungsfelder (Rahmen- und Arbeitsbedingungen des Berufs, Rekrutierung und Vorbereitung des Lehrernachwuchses, Entwicklungsbemühungen der Lehrer) werden Schlussfolgerungen zur Veränderung des vorgefundenen Zustandsbildes abgeleitet.

Schmitz, E., Hillert, A., Lehr, D., Pecho, L. & Deibl, C. (2002). Risikofaktoren späterer Dienstunfähigkeit: Zur möglichen prognostischen Bedeutung unrealistischer Ansprüche an den Lehrerberuf. Zeitschrift für Personalforschung, 16 (3), 415-432.

    Abstract:
    In einer vergleichenden Untersuchung wurde anhand einer Gruppe von 79 dienstunfähigen Lehrpersonen mit psychischen bzw. psychosomatischen Beschwerden und einer Gruppe von 96 berufstätigen Lehrern geklärt, (1) was unter dem Begriff des "unrealistischen Anspruch" inhaltlich zu verstehen ist und (2) ob unrealistische Ansprüche als frühe Hinweise auf spätere Dienstunfähigkeit vermutet werden können. Die Ergebnisse belegen die Annahme, dass dienstunfähige Lehrer bei Berufsbeginn signifikant mehr unrealistische Ansprüche hatten als berufstätige Lehrer. Sie erwarteten mehr Anerkennung und stellten überhöhte Leistungsansprüche an die eigene Person. Die Kontrollgruppe war bei Berufsbeginn selbstkritischer. Hinsichtlich der Variablen Begeisterung gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen.

Schweizer, K. & Döbrich, P. (2003). Selbstberichtete Gesundheit, Bewertung, Coping-Verhalten und Stress bei Lehrern. Psychology Science, 45 (1), 92-105.

    Abstract:
    Reports on an investigation of self-reported health in a sample of 8,158 teachers. Age groups, groups differing according to the intention to terminate prematurely, and school types were compared with respect to self-reported health. A model which predicted self-reported health by means of stress, style of appraisal, and coping was investigated. The results indicated that self-reported health was lower in older teachers, in teachers with the intention to terminate prematurely, and in the school type associated with poorer professional perspectives for their students. Structural equation modeling revealed that 23 percent of self-reported health was predicted by means of stress, style of appraisal, and coping strategies. Style of appraisal received the highest path coefficient in predicting self-reported health. The contributions of coping strategies showed to be almost negligible.

Stück, M., Rigotti, T. & Balzer, H.-U. (2005). Wie reagieren Lehrer bei Belastungen? Berufliche Bewältigungsmuster und psychophysiologische Korrelate. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 52 (4), 250-260.

    Abstract:
    Die Studie betrachtet Besonderheiten in der elektrodermalen Aktivität in Abhängigkeit von gesundheitsrelevanten Bewältigungsstilen, gemessen mit dem "Arbeitsbezogenen Erlebens- und Verhaltensmuster" (AVEM). Die Stichprobe besteht aus 20 Lehrerinnen. In einem 24-Stunden-Monitoring wurde eine umfassende Hautwiderstandsdiagnostik durchgeführt. Im Einklang mit der Untererregungstheorie konnte für die Risikomuster A (hohes Arbeitsengagement bei geringer Distanzierungsfähigkeit) und Risikomuster B (hohe Resignation, geringe Lebenszufriedenheit) eine geringere physiologische Aktivierung bei gleichzeitig häufigerem Wechsel zwischen Erregungs- und Entspannungszuständen festgestellt werden. Letzteres spricht für eine verminderte Erholungsfähigkeit. In personenzentrierten Interventionsprogrammen sollten daher eher aktivierende Techniken zum Einsatz kommen.

Weber A., Weltle D., Lederer P. (2004): "Führungskräfte im Schuldienst--zu krank für gesunde Schulen?" ["School principals--too ill for healthy schools?"], in: Consulting-Assessment-Evaluation, Verband der Lebensversicherungs-Unternehmen e.V. und Verband der Privaten Krankenversicherung e.V, Erlangen, Bd. 56 (1), S. 17-24, ISSN: 0933-4548

    Abstract:
    School principals on the one hand play an important role in maintaining the performance and health of teachers, but on the other hand often feel over-burdened themselves and suffer from illnesses which not only impair their health-promoting function, but also lead to limitations in their fitness for the occupation. The aim of our study was therefore, using objective parameters and larger numbers of cases, to obtain a differentiated insight into the type and extent of morbidity spectrum and the health-related early retirement of school principals. METHODS: In a prospective total assess-ment (the whole of Bavaria in the period 1997-1999), all the reports about the premature unfitness for work of school directors were evaluated. The analysis included for example socio-demographic / occupational factors, diagnoses, assessment of performance and rehabilitation. The answers given in a standardised, anonymous questionnaire provided the database. Evaluation was carried out by means of descriptive statistics. RESULTS: The median age of the 408 school principals included in the evaluation (heads and vice-heads, 30% of whom were women) was 58 (min: 41 years old, max: 64 years old). The most frequent workplaces were primary schools (38%) and secondary schools (25%). 84% (n=342) of the headmasters were assessed to be unfit for work. The main reasons for early retirement were psychic/psychosomatic illnesses (F-ICD 10) which made up 45% of the cases. The relative frequency was higher in women than in men. Depressive disorders and exhaustion syndromes (burnout) dominated among the psychiatric diagnoses (proportion: 57%). The most frequent somatic diseases were cardio-vascular diseases (I-ICD10) in 19% of cases, then muscular/skeletal diseases (M-ICD10) in 10% and malignant tumours (C-ICD 10) in 9% of cases. Cardio-vascular diseases, in particular arterial hypertonia and ischaemic heart disease, were, in addition, found in headmasters significantly more frequently than in teachers without a leadership function (p < or = 0.05). 63% (n=257) of the school principals had participated in at least one medical rehabilitation measure before the proceedings for determining unfitness for work were instigated. The performance of 66% (n=226) of those judged unfit for work was assessed to be so severely impaired that no other employment could be expected of them. Conclusions: The morbidity spectrum of school principals prematurely unfit for work is characterised by stress-associated illnesses. The health disorders objectified are of considerable relevance for public health. Specific measures of prevention and intervention must, therefore, also include this occupational group. Activity should not be limited to the prevention of behavioural problems, but should also take into account important aspects for preventing adverse circumstances arising at the school workplace.

Weber, A. (2002). Lehrergesundheit - Herausforderung für ein interdisziplinäres Präventionskonzept. Das Gesundheitswesen, 64 (2), 120-124.

    Abstract:
    Krankheitsbedingte Frühpensionierungen von Lehrkräften stellen derzeit ein sozialmedizinisches und gesellschaftliches Problem ersten Ranges dar. Im Freistaat Bayern erfolgt mittlerweile mehr als jeder zweite vorzeitige Ruhestandseintritt in dieser Berufsgruppe aufgrund einer psychischen oder psychosomatischen Erkrankung. Ziel aller präventiven Bemühungen muss somit vor allem die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der psychischen Gesundheit von Lehrkräften sein. Unter Zugrundelegung eines ganzheitlichen biopsychosozialen Verständnisses von Gesundheit und Leistungsfähigkeit sollten Präventionsmaßnahmen sowohl Verhältnisse und Verhalten als auch pathogenetische und salutogenetische Aspekte berücksichtigen. Ein unter diesen Prämissen entwickeltes Präventionskonzept ist durch die Elemente interdisziplinär, multidimensional, integrativ und institutionalisiert gekennzeichnet. Potenzielle Handlungsfelder der in die Prävention eingebundenen Akteure, insbesondere auch der Arbeitsmedizin, werden dargestellt, verbunden mit dem abschließenden Appell, vorliegende Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.