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Eltern/Kooperation von Elternhaus und Schule

Gasteiger-Klipcera, B., Klipcera, C. & Schabmann, A. (2001). Wahrnehmung der Schwierigkeiten lese- und rechtschreibschwacher Kinder durch die Eltern: Pygmalion im Wohnzimmer? Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 50 (8), 622-639.

    Abstract:
    Im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung über die Entwicklung des Lesens und Rechtschreibens während eines Schuljahres, an der über 1770 Zweit- bis Viertklässler aus Grundschulen in Wien und Niederösterreich teilnahmen, wurden sowohl die Eltern- als auch die Lehrereinschätzungen der Lese- und Rechtschreibentwicklung erhoben und mit den Testergebnissen verglichen. Auch wurden die Eltern zur Lesemotivation, der Hausaufgabensituation und den Möglichkeiten der häuslichen und außerschulischen Förderung ihrer Kinder befragt. Es zeigte sich eine mäßige Übereinstimmung der Eltern- und Lehrereinschätzungen mit den Testergebnissen, wobei nach einem Strukturgleichungsmodell das Urteil der Eltern nur von den Leistungseinschätzungen der Lehrer und nicht direkt vom testmäßig erfassten Leistungsstand der Kinder beeinflusst wurde. Der Vergleich von Kindern unterschiedlichen Leistungsstands, bei denen die Eltern entweder Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten berichtet hatten oder nicht, zeigte, dass die Kinder, die in den Augen der Eltern Schwierigkeiten hatten, sowohl bei den Hausaufgaben als auch beim Lesen eine geringere Motivation aufwiesen. Obwohl die Eltern mit diesen Kindern mehr übten und auch häufiger Hilfe außerhalb der Familie in Anspruch nahmen, fielen diese Kinder in ihren Leistungen zurück. Die Befunde mahnen zur Vorsicht bei der Beratung der Eltern von Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten. Sie weisen auf die Gefahr hin, dass manche Eltern dann, wenn sie die Schwierigkeiten ihrer Kinder wahrnehmen, ihnen negatives Feedback geben und zuviel Druck auf die Kinder ausüben. Eine differenzierte Analyse des familiären Umgangs mit schulischen Leistungsproblemen und deren Betonung auch in der Lehrerfortbildung wird angeraten.

Wild, E. (2003). Einbeziehung des Elternhauses durch Lehrer: Art, Ausmaß und Bedingungen der Elternpartizipation aus der Sicht von Gymnasiallehrern. Zeitschrift für Pädagogik, 49 (4), 513-533.

    Abstract:
    Im Rahmen einer Befragung mit 70 Lehrern an Gymnasien wird untersucht, welche äußeren und inneren Bedingungen einen Einfluss auf die tatsächlich realisierte Elternarbeit haben. Im Zentrum der Analysen stehen Einstellungen und Überzeugungen der Lehrer und deren Einschätzung äußerer Bedingungsfaktoren, die sich im Hinblick auf das Ziel einer Intensivierung der Eltern-Lehrer-Kooperation als förderlich oder hinderlich erweisen. Zur Konkretisierung dieser Fragestellungen wurde die Mitwirkung der Eltern an der Hausaufgabenbetreuung herangezogen. Die Befunde belegen eine insgesamt aufgeschlossene Haltung der Lehrerschaft. Sie liefern Hinweise auf Einstellungsunterschiede zwischen Lehrern unterschiedlicher Fachrichtung und bieten Anhaltspunkte für eine Optimierung der Eltern-Lehrer-Kooperation.

Schönenberger, M., Lattmann, U., Faeh, B., Schmid, H., Bodenmann, G., Cina, A., Kern, W. & Anliker, S. (2006). "Eltern und Schule stärken Kinder" (ESSKI). Konzept eines mehrdimensionalen Forschungs- und Entwicklungsprojekts im Bereich psychosoziale Gesundheit in Schule und Elternhaus. Abhängigkeiten, 12(1), 60-74.

    Abstract:
    Vorgestellt wird das Forschungs- und Entwicklungsprojekt "Eltern und Schule stärken Kinder" (ESSKI), das im April 2004 startete und im Dezember 2006 abgeschlossen wird. ESSKI steht im Bezugsrahmen von Gesundheitsförderung und Prävention und zielt auf die Personengruppen Kinder, Lehrpersonen und Eltern. (1) Zentrales Anliegen ist die Förderung der personalen und sozialen Kompetenzen und Ressourcen von Schülerinnen und Schülern zur Prävention von Aggression, Stress und Sucht. Grundlage ist dabei das Interventionsprogramm "Fit und stark fürs Leben". (2) Die beteiligten Lehrpersonen absolvieren einen Weiterbildungskurs mit dem Ziel, die eigenen Ressourcen zu stärken und mit Stress wirksamer umzugehen. (3) Die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler werden auf der Grundlage des Erziehungsprogramms Triple P (Positiv Parenting Program) in ihrer erzieherischen Kompetenz gefördert und gestärkt. "Eltern und Schule stärken Kinder" orientiert sich vorwiegend am salutogenetischen bzw. ressourcenorientierten Ansatz der Gesundheitsförderung und Prävention. Grundlegende gesundheitswissenschaft-liche Bezugssysteme sind neben pädagogischen Konzepten der Life-Skills-Ansatz und die Theorie der Selbstwirksamkeit. Das zentrale Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung des Projekts ESSKI besteht im Nachweis der Wirksamkeit der Interventionen durch ein experimentelles Forschungsdesign mit drei Messzeitpunkten - vor der Intervention (Pretest), nach der Intervention (Posttest) und 4 Monate nach Abschluss der Intervention (Follow-up). Das gewählte Forschungsdesign erlaubt es, die Effektivität der einzelnen Interventionsprogramme sowie deren Kombination zu überprüfen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Kombination der drei Interventionsprogramme in den Settings Familie und Schule die effektivste Interventionsform im Sinne der ganzheitlichen Gesundheitsförderung ist.