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AD(H)S und Lernstörungen

Altherr, P. (2006). Entwicklung und Erfahrungen mit einem computergestützten ADS-Mediatoren-Training für Lehrer. Kindheit und Entwicklung, 15 (1), 27-34.

    Abstract:
    In die Diagnostik und Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen mit/ohne Hyperaktivität (ADS) müssen Lehrer mit einbezogen werden. In ihrer Ausbildung wird dies bisher jedoch kaum berücksichtigt. Im Rahmen eines umfassenden Projektes wurde daher neben einem Verhaltenstraining ein computergestütztes ADS-Fortbildungsprogramm für Lehrer entwickelt. Aufbau, Inhalte und Ziele der CD-ROM werden vorgestellt. In vier Hauptkapiteln, "Symptomatik und Begleitprobleme", "Entstehung, Entwicklung und Diagnostik", "ADS in der Schule" und "Intervention, Behandlung und außerschulische Hilfen", erhalten Benutzer Informationen, Material und Behandlungsanleitungen, die über Text, Bild und Ton veranschaulicht werden. Eine Evaluation des Trainings hat begonnen, erste Erfahrungen mit dem Einsatz werden beschrieben.

Frölich, J., Döpfner, M., Biegert, H. & Lehmkuhl, G. (2002). Praxis des pädagogischen Umgangs von Lehrern mit hyperkinetisch-aufmerksamkeitsgestörten Kindern im Schulunterricht. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 51 (6), 494-506.

    Abstract:
    Die Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität stellt eine häufige Störung des Kindes- und Jugendalters dar, die sich aufgrund ihrer Symptomkonstellation sowie der begleitenden Komorbiditäten in hohem Ausmaß auf die Schul- und Berufslaufbahn der Betroffenen auswirken kann. Dem steht bislang nur ein geringer Kenntnis- und Aus- bzw. Fortbildungsstand der unterrichtenden Lehrer an Regelschulen über einen angemessenen didaktischen und pädagogischen Umgang mit den Kindern gegenüber. Des Weiteren ist die Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus und therapeutischen Institutionen zumeist lückenhaft, so dass die in den klinischen Behandlungsleitlinien der psychiatrischen Fachgesellschaften postulierte sogenannte multimodale Behandlung keine zureichende Anwendung findet. Auf der Grundlage von Ergebnissen einer an einer Kölner Grundschule durchgeführten Intervention zum Umgang mit hyperkinetischen und oppositionellen Problemverhaltensweisen im Unterricht wurden praktische Anhaltspunkte für eine erfolgversprechende pädagogische Arbeit gegeben. Diese beinhaltet erstens die umfassende Information von Lehrern über das Störungsbild, zweitens die verstärkte Einbindung der Lehrer in den psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlungsprozess und drittens die Durchführung geeigneter didaktischer und einfacher pädagogisch-therapeutischer Maßnahmen im Umgang mit hyperkinetischen Kindern.

Gasteiger-Klipcera, B., Klipcera, C. & Schabmann, A. (2001). Wahrnehmung der Schwierigkeiten lese- und rechtschreibschwacher Kinder durch die Eltern: Pygmalion im Wohnzimmer? Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 50 (8), 622-639.

    Abstract:
    Im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung über die Entwicklung des Lesens und Rechtschreibens während eines Schuljahres, an der über 1770 Zweit- bis Viertklässler aus Grundschulen in Wien und Niederösterreich teilnahmen, wurden sowohl die Eltern- als auch die Lehrereinschätzungen der Lese- und Rechtschreibentwicklung erhoben und mit den Testergebnissen verglichen. Auch wurden die Eltern zur Lesemotivation, der Hausaufgabensituation und den Möglichkeiten der häuslichen und außerschulischen Förderung ihrer Kinder befragt. Es zeigte sich eine mäßige Übereinstimmung der Eltern- und Lehrereinschätzungen mit den Testergebnissen, wobei nach einem Strukturgleichungsmodell das Urteil der Eltern nur von den Leistungseinschätzungen der Lehrer und nicht direkt vom testmäßig erfassten Leistungsstand der Kinder beeinflusst wurde. Der Vergleich von Kindern unterschiedlichen Leistungsstands, bei denen die Eltern entweder Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten berichtet hatten oder nicht, zeigte, dass die Kinder, die in den Augen der Eltern Schwierigkeiten hatten, sowohl bei den Hausaufgaben als auch beim Lesen eine geringere Motivation aufwiesen. Obwohl die Eltern mit diesen Kindern mehr übten und auch häufiger Hilfe außerhalb der Familie in Anspruch nahmen, fielen diese Kinder in ihren Leistungen zurück. Die Befunde mahnen zur Vorsicht bei der Beratung der Eltern von Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten. Sie weisen auf die Gefahr hin, dass manche Eltern dann, wenn sie die Schwierigkeiten ihrer Kinder wahrnehmen, ihnen negatives Feedback geben und zuviel Druck auf die Kinder ausüben. Eine differenzierte Analyse des familiären Umgangs mit schulischen Leistungsproblemen und deren Betonung auch in der Lehrerfortbildung wird angeraten.

Lauth, G. W. & Freese, S. (2003). Effekt einer schulbasierten Behandlung von ADHD in der Bewertung von Lehrern und Eltern - eine Einzelfallstudie an vier Kindern. Heilpädagogische Forschung, 29 (1), 2-8.

    Abstract:
    Thema der Studie ist eine Therapie, die vier aufmerksamkeitsgestörten/hyperaktiven Kindern im Alter von acht Jahren Selbststeuerungs- und Planungsfertigkeiten vermittelte. Anhand von Einzelfallanalysen (AB-Versuchspläne) wurde die Reichweite und Stabilität der Behandlungseffekte überprüft: Hierzu beurteilten die Eltern und Lehrer anhand von Verhaltensratings, inwieweit die Kinder zu Hause und in der Schule störungsspezifische Verhaltensauffälligkeiten (Unaufmerksamkeit, Impulsivität, Hyperaktivität) an den Tag legten. Diese Beurteilungen wurden als Grundrate (baseline) sowie während und im Anschluss an die Therapie sowie sechs Monate danach erhoben. In den Beurteilungen sowohl der Eltern als auch der Lehrer wird der Therapie bei Therapieende eine große Wirksamkeit bescheinigt. Das störungsspezifische Verhalten der Kinder hatte sich mithin nachdrücklich verbessert. In der Nachuntersuchung nach sechs Monaten erwies sich diese Verhaltensbesserung in Bezug auf das häusliche Verhalten der Kinder als stabil. Das Verhalten in der Schule wurde von den Lehrern hingegen nach sechs Monaten weniger positiv als bei Therapieende beurteilt. Es wird diskutiert, dass die Vermittlung von Selbstregulations- und Planungsfertigkeiten günstige Voraussetzungen für ein angemesseneres Unterrichtsverhalten entstehen lässt, zur Stabilisierung dieses Effektes aber eine ergänzende verhaltensbezogene Beratung des Klassenlehrers notwendig ist.

Rossbach, M. & Probst, P. (2005). Entwicklung und Evaluation eines Lehrergruppentrainings bei Kindern mit ADHS - eine Pilotstudie. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 54 (8), 645-663.

    Abstract:
    Es wird festgestellt, dass ein hoher Bedarf an Lehrertrainingsmaßnahmen zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besteht und gleichzeitig im deutschen Sprachraum kontrollierte Evaluationsstudien zu diesem Interventionsbereich fehlen. Beschrieben werden ausschließlich die Entwicklung und Evaluation eines zweistufigen ADHS-Lehrergruppentrainings. Stufe 1 beinhaltete die Durchführung eines zwölfstündigen Gruppentrainings mit 18 Beratungslehrern, in dem Störungswissen sowie Methoden schulischer Interventionen, insbesondere Kontingenzmanagement und "antezedente", am TEACCH-(Treatment and Education of Autistic and Communication Handicapped Children-)Ansatz orientierte Techniken vermittelt wurden. In Stufe 2 berieten anschließend sechs Beratungslehrer (Untergruppe) zehn Klassenlehrer von insgesamt elf Regelgrundschülern (mittleres Alter = 8.6 Jahre) mit ADHS-Symptomatik, die auf zwei experimentelle Gruppen verteilt wurden. Die Lehrer der Standardbehandlungsgruppe (fünf Schüler) erhielten das sechsstündige Basis-Modul "Störungswissen und Antezedente Methoden", die Lehrer der Intensivbehandlungsgruppe (sechs Schüler) erhielten das Basis-Modul plus das Zusatz-Modul "Schülerbezogene Anleitung in Kontingenzmanagement" (zusammen 14 Stunden). Die Evaluation der Trainingsdurchführung erfolgte durch Wissenstest und Lehrer-Zufriedenheitsratings; die Trainingseffekte wurden durch Lehrer-Rating des Schülerverhaltens im Rahmen eines Zwei-Gruppen-Prä-Post-Follow-up-Designs überprüft. Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten Wissenszuwachs durch das Gruppentraining und eine hohe Teilnehmerzufriedenheit. Ferner erfolgte eine signifikante Abnahme der ADHS-Symptome in beiden Behandlungsgruppen, jedoch ausgeprägter in der Intensivbehandlungsgruppe, wo zusätzlich eine nachhaltige Reduktion des allgemeinen schulischen Problemverhaltens und eine Zunahme der Kompetenzen zu beobachten war. Aus der vorliegenden Pilotstudie ergeben sich somit konsistente Hinweise darauf, dass das Verhalten von Kindern mit schulischer ADHS-Symptomatik durch ein Lehrer-Mediatorentraining substanziell verbessert werden kann.

Stoll, A. & Helfmann, B. (2005). Leichterer Umgang mit Kindern, denen Aufmerksamkeit schwer fällt. Unruhige und verträumte Kinder mit einfachen Mitteln unterstützen. Sonderpädagogische Forschung, 50 (1), 102-112.

    Abstract:
    Es wird ein neues Fortbildungskonzept für Lehrer und Erzieher zum immer häufiger diagnostizierten Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom vorgestellt. Ziel der Fortbildung ist es, über ein besseres Erkennen und Verstehen des Störungsbildes - und damit der betroffenen Kinder - praktikable Möglichkeiten des hilfreichen und für alle Seiten entlastenden Umgangs gemeinsam zu erarbeiten (so genannte "Faustregeln" für Lehrer und Erzieher sowie Foerdermöglichkeiten, die an Eltern weitergegeben werden können). Ein weiterer Schwerpunkt ist die aufmerksamkeits- und behaltensförderliche Unterrichtsgestaltung und Wissensvermittlung sowie die Bearbeitung konkreter mitgebrachter Fragen, sodass die Teilnehmer neben einem Hand-out auch konkrete Antworten oder Situationsvorbereitungen (z. B. Gespräch mit Eltern oder Vorbereitung der nächsten Unterrichtstunde mit aufmerksamkeitsförderlichen Methoden) mitnehmen können. Die "einfachen Mittel zur aufmerksamkeitsförderlichen Wissensvermittlung" werden während der Fortbildung praktiziert. Nach einer Darstellung der einzelnen Bausteine der Fortbildung werden erste Ergebnisse einer Bewertung durch die Teilnehmer mitgeteilt.