Brandschutz und Brandschutzerziehung

Brandschutz und Brandschutzerziehung sind wichtige Anliegen der schulischen Bildung, denn die Folgen von falschem Umgang mit Feuer und Unwissen über richtiges Verhalten bei einem Brand führen leider immer wieder zu teilweise schwerwiegenden oder gar tödlichen Unfällen. Daher muss die Aufklärung, die im Kindergarten beginnt, in allen Schulstufen altergemäß weitergeführt werden. Ziel der Brandschutzerziehung ist es auch, das Interesse von Schülerinnen und Schülern für die Feuerwehr und das Engagement in der Jugendfeuerwehr zu wecken.

1. Brandschutz im Überblick

Alle Angehörigen einer Schule sind verpflichtet, sich so zu verhalten, dass das Entstehen von Bränden verhindert wird bzw. dass nach Ausbruch eines Brandes eine schnelle und wirksame Rettung und Schadensbegrenzung gewährleistet ist. Die Schulleiterinnen und Schulleiter sind für die ordnungsgemäße Durchführung aller Maßnahmen zum Brandschutz verantwortlich. Dabei müssen bauliche Bedingungen, organisatorische Maßnahmen und das Verhalten im Brandfall berücksichtigt werden.

2. Bauliche Maßnahmen zum Brandschutz

Alle Schulen sind mit einer Alarmeinrichtung auszustatten. In der Regel ist dies eine Brandmeldeanlage mit Sirene. Das Alarmsignal muss von allen Räumen aus gut hörbar sein. Das Signal muss so lange ertönen, bis alle Schüler/innen und Lehrer/innen in Sicherheit sind. Für den Fall, dass die elektrische Alarmeinrichtung versagt, ist ein handbetriebenes Alarmgerät bereit zu halten. Ist eine Brandmeldeanlage vorhanden, ist eine direkte Verbindung zur Feuerwehr anzustreben. Ist dies nicht möglich, muss die Alarmierung fremder Hilfe über ein Telefon möglich sein. Die Alarmanlage ist monatlich außerhalb der Unterrichtszeit auf ihre Funktion zu überprüfen. Der Schulträger prüft im Benehmen mit der Feuerwehr, welche Selbsthilfeeinrichtungen an welchen Stellen erforderlich sind. Insbesondere sind auf Fluren, in Schulküchen, Werkräumen, Physik- und Chemie- und Biologieräumen sowie in Brennstofflagerräumen Trockenfeuerlöscher (Pulver- oder Kohlendioxidlöscher) vorzusehen. Alle Fachräume sind zusätzlich mit einer Löschdecke und Löschsand auszustatten. Wird in anderen Bereichen (Kunst u.a.) z.B. mit leicht entzündlichen Lösemitteln umgegangen, so ist auch hier ein Feuerlöscher empfehlenswert. Alle Selbsthilfeeinrichtungen müssen sich stets in einwandfreiem Zustand befinden. Feuerlöscher und lüftungstechnische Anlagen müssen alle zwei Jahre geprüft werden, alle weiteren Einrichtungen (Notbeleuchtung, Notschalter ...) einmal jährlich. Fluchtwege werden häufig durch Tische, Schränke und Gegenstände eingeengt. Fluchtwege sind im Ernstfall lebenswichtig. Sie sollten daher regelmäßig mit größter Sorgfalt überprüft werden. Dabei ist auf die ausreichende Kennzeichnung, die auch bei Dunkelheit zu erkennen sein sollte, zu achten. Fluchttüren müssen in Fluchtrichtung öffnen. Sie dürfen niemals verschlossen sein oder müssen über ein Panikschloss, das jederzeit ohne Schlüssel zu öffnen ist, verfügen. Für jeden Unterrichtsraum müssen zwei getrennte Fluchtwege vorhanden sein. Der Fluchtplan muss in jedem Raum ausgehängt werden. Unterrichtsräume mit erhöhter Brandgefahr (Schulküchen, naturwissenschaftliche Fachräume, Werkräume, ...) müssen zwei günstig gelegene Ausgänge haben. Brand- und Rauchschutztüren (dies sind insbesondere Flurtüren) dürfen keinesfalls durch Keile o.ä. offen gehalten werden. Diese Türen sind Öffnungen zwischen Brandwänden und verhindern ein Ausbreiten des giftigen und u.U. sehr schnell tödlich wirkenden Brandrauchs. Einzige Ausnahme bilden Türen, die sich im Brandfall automatisch schließen.

3. Organisatorische Maßnahmen zum Brandschutz

Alle Brände sind zunächst Entstehungsbrände. Daher gilt es, Entstehungsbränden vorzubeugen und die Brandlast, d.h. die Menge aller brennbaren Stoffe, so gering wie möglich zu halten. So ist für jeden Raum zu prüfen, in welche Mengen leicht entflammbare Stoffe (Vorhänge, Bodenbeläge, Polstermöbel, Lösemittel, Lacke, Papier uvm.) vorhanden sind. Nichtbenötigtes Material sollte ausgelagert oder entsorgt werden. Leicht entflammbare Stoffe sollten gegen schwer entflammbare Stoffe ausgetauscht werden (Prüfzertifikat des Herstellers). Mit Lösemitteln darf nur in den erforderlichen Mengen, d.h. in Gebinden mit maximal 1 Liter Inhalt, umgegangen werden. Für die Aufbewahrung von Lösemitteln gelten im Übrigen besondere Vorschriften. Besondere Brandgefahren gehen auch von elektrischen Geräten aus. Alle elektrischen Geräte müssen mit den einschlägigen Prüfzeichen ausgestattet sein. Elektrische Heizgeräte, die nicht über eine automatische Temperaturregelung verfügen (Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Kochplatten, Heizstrahler ...) sind verboten. Kaffeemaschinen müssen auf einer feuerfesten Unterlage stehen. Generell ist zu prüfen, in wie weit die Benutzung zu untersagen ist. "Vergessene" Kaffeemaschinen stellen eine ernst zu nehmende Brandgefahr dar. Lüftungsgitter elektrischer Geräte (z.B. Computermonitore) dürfen auf keinen Fall abgedeckt werden. Einmal jährlich sollte eine Sicherheitsbegehung stattfinden. An dieser Begehung nehmen neben dem/der Schulleiter/in auch der/die Sicherheitsbeauftragte, der Hausmeister und bei Bedarf Mitarbeiter/innen des Schulträgers und der Feuerwehr teil. Über das Ergebnis wird ein Protokoll angefertigt, in dem eventuelle Mängel sowie Vereinbarungen zur Abhilfe vermerkt werden.

Unterweisung: Lehrerinnen und Lehrer sind regelmäßig über Standort, Anordnung und ggf. Gebrauch der vorhandenen Selbstschutzeinrichtungen (z.B. Feuerlöscher) zu unterweisen. Zweimal jährlich findet ein Probealarm statt. Empfehlenswert ist dabei die Zusammenarbeit und die Anwesenheit der Feuerwehr. Im Anschluss sind die Schüler/innen über Zweck und Ziel der Übungen zu belehren. Das Ergebnis der Alarmproben ist aktenkundig zu machen, Mängel sind mit Nachdruck zu beanstanden und unverzüglich abzustellen. Im Falle eines Alarms sind für die Schüler/innen außerhalb der Gebäude Sammelstellen zu bestimmen. Diese müssen so gewählt werden, dass keine Gefährdung durch Feuerwehr- und Rettungsmannschaften eintritt. Jede Schule hat einen Alarmplan zu erstellen, in dem genau geregelt wird, was im Ernstfall zu tun ist. Dazu zählen in erster Linie Fluchtwegepläne und Alarmierungspläne, aber auch das Wissen über besondere Gefahrenquellen im Brandfall wie beispielsweise Lagerorte von Druckgasflaschen und brennbaren Flüssigkeiten. Diese müssen in einem Gebäudeplan gekennzeichnet werden. Außerdem sollten Personen mit besonderen Aufgaben benannt werden.

4. Verhalten bei Ausbruch eines Brandes

Bei einem Brand - auch bei einem scheinbar kleinen Brand - ist unverzüglich Alarm zu geben. Erst dann sind eigene Löschversuche zu unternehmen. Es gilt der Grundsatz: Personenschutz geht vor Sachschutz. Der Alarm muss so lange tönen, bis alle in Sicherheit sind. Das Schulgebäude wird zügig verlassen. Fenster und Türen werden geschlossen aber nicht verschlossen. Elektrische Geräte werden abgeschaltet, Gas- und Druckluftzufuhr abgestellt. Der Lehrer bzw. die Lehrerin überzeugt sich, dass niemand zurück geblieben ist (Nebenräume, Toiletten, ...). Die Schüler/innen treffen sich am Sammelort. Dort wird die Vollzähligkeit festgestellt. Ist die Benutzung der Fluchtwege nicht mehr möglich, so bleiben die Schüler/innen (sofern nicht andere Maßnahmen geboten sind) in ihrem Raum bzw. begeben sich in einen Raum, der von der Gefahr möglichst weit entfernt liegt und für die Rettungsarbeiten zweckmäßig ist. Die Türen sind zu schließen und - nur in diesem Fall - die Fenster zu öffnen. Anschließend macht sich die Gruppe durch Rufen bemerkbar. Die Schüler/innen sind vor unüberlegten Schritten zurück zu halten.

5. Rechtliche Regelungen

    • Richtlinien für die brandschutztechnische Ausstattung von Schulen und das Verhalten bei Ausbruch eines Brandes und bei sonstigen Gefahren (Brandschutzerlass), ABl 12/2014